Nach der tödlichen Beißattacke in Thüringen soll auch dort eine Rasseliste eingeführt werden, fordern Experten.

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Stafford-Bullterrier zählen in NRW zu den gefährlichen Hunderassen.

Stafford-Bullterrier zählen in NRW zu den gefährlichen Hunderassen.

dpa

Stafford-Bullterrier zählen in NRW zu den gefährlichen Hunderassen.

Sachsenburg. Nach der tödlichen Kampfhunde-Attacke auf ein dreijähriges Mädchen im thüringischen Sachsenburg ist eine Debatte um schärfere Auflagen für Hundehalter entbrannt. Die Deutsche Kinderhilfe und die Tierschutzvereinigung Peta forderten einen Hundeführerschein. Auch Thüringens Innenminister Peter Huber (CDU) schlug eine Prüfung für Hundehalter für Tiere von einer bestimmten Größe, aber unabhängig von der Rasse vor.

Der Innenminister zeigt sich eher skeptisch

Forderungen nach einer Liste gefährlicher Hunderassen standHuber skeptisch gegenüber. Es sei fraglich, ob eine Rasseliste die tödliche Attacke in Sachsenburg hätte verhindern können.

In Sachsenburg war am Freitagabend ein kleines Mädchen von den vier Stafford-Bullterriern seiner Tante im Gesicht und am Oberkörper schwer verletzt worden. Die Hunde hatten das Kind unvermittelt angegriffen und zu Tode gebissen. Die Urgroßmutter, die das Mädchen schützen wollte, kam mit schweren Bissverletzungen ins Krankenhaus. Gegen die Tante wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Die 44-Jährige soll die Tiere nicht den Behörden gemeldet und diese damit illegal gehalten haben. Die Hunde, die nach der schrecklichen Tragödie sofort eingeschläfert wurden, waren zuvor nicht auffällig. Routinemäßig wird auch gegen die Eltern des Mädchens ermittelt. Es werde geprüft, ob diese gegen die Aufsichtspflicht verstoßen hätte, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

In Thüringen gibt es keine Auflagen für Hunderassen

"In Thüringen gilt jeder Hund so lange als ungefährlich, bis er zubeißt", kritisierte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann. Zwar gibt es im Freistaat eine Gefahrenhundeverordnung, doch legt diese keine besonderen Auflagen für bestimmte Rassen fest, wie es in vielen anderen Bundesländern üblich ist.

Der zertifizierte Problemhundetherapeut Sascha Jenzewski sagte, schärfere Regeln oder Gesetze seien nicht nötig. Die bereits bestehenden Auflagen für Hundebesitzer müssten nur konsequent eingehalten und kontrolliert werden.

Zuletzt hatte im April ein Husky-Schäferhund-Mischling in Cottbus ein acht Wochen altes Mädchen totgebissen.

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