Wolfgang Kubicki (FDP) ist um die eigene Partei besorgt.  (Archiv
Wolfgang Kubicki (FDP) ist um die eigene Partei besorgt. (Archiv

Wolfgang Kubicki (FDP) ist um die eigene Partei besorgt. (Archiv

dpa

Wolfgang Kubicki (FDP) ist um die eigene Partei besorgt. (Archiv

Berlin (dpa). FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki hat das Erscheinungsbild seiner Partei scharf kritisiert. «Wir erleben derzeit eine gewisse Auflösung der Ordnung der FDP», sagte der FDP- Fraktionschef im Kieler Landtag dem Magazin «Stern».

Die Kampagne für die Steuersenkungen sei «völlig missglückt». Die Partei sei «oft sprachlos», es gebe «keinen, der die Botschaften zusammenbindet».  Für Kubicki sieht es nach «nach außen so aus, als hätten wir den ordnungspolitischen Kompass verloren»

. Er sei besorgt, ob die FDP bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai ihre «vollständige Kampfkraft» wiederherstellen könnte. Auch der frühere FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt sagte dem «Stern»: «Die Partei ist in einer ausgesprochen schwierigen Lage.»

Die FDP liegt in den Umfragen inzwischen bei acht Prozent. Bei der Bundestagswahl hatte sie noch 14,6 Prozent erreicht und damit die schwarz-gelbe Koalition ermöglicht. Nach einer Umfrage im Auftrag des «Stern» sehen zwei Drittel der abgewanderten FDP-Wähler ihre Erwartungen an die Partei enttäuscht.

Sie werfen der Partei Inkompetenz, Konzeptionslosigkeit und Überforderung vor oder eine unrealistische Haltung in der Steuer- und Finanzpolitik. 40 Prozent sagen laut Umfrage, sie hätten die FDP falsch eingeschätzt und kritisieren deren «Klientelpolitik». 39 Prozent der Abwanderer klagen über «schlechte Politik» und «Unfähigkeit».

Unter den neuen FDP-Ministern schneidet Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger noch am besten ab. Mit ihrer Arbeit sind 37 Prozent aller Bürger zufrieden, 63 Prozent finden sie nicht gut. Mit Außenminister Guido Westerwelle sind 35 Prozent zufrieden, mit Gesundheitsminister Philipp Rösler 27 Prozent, mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle 26 Prozent. Auf die größte Ablehnung stößt Dirk Niebel. Dem Entwicklungshilfeminister geben 85 Prozent der Befragten eine schlechte Note. 

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