„Krawallmacher, Brunnenvergifter, Hitler, Stalin“ – die Linke beschimpft die SPD.

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Klaus Ernst greift die SPD nach der Wulff-Wahl frontal an.

Klaus Ernst greift die SPD nach der Wulff-Wahl frontal an.

dpa

Klaus Ernst greift die SPD nach der Wulff-Wahl frontal an.

Berlin. "Wir werden den Kakao, durch den man uns zieht, nicht auch noch trinken", sagte der Linke-Chef zum wiederholten Mal und eröffnete damit schon Donnerstag früh die offenen Feindseligkeiten.

Wenig später legte Klaus Ernst nochmal kräftig nach. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sei ein "unberechenbarer Krawallmacher", der seinen Bewerber Joachim Gauck "verheizt" habe.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sei "blass und unglaubwürdig, kein wirklicher Oppositionsführer".

Diether Dehm vergreift sich völlig im Ton der Auseinandersetzung

Den Vogel schoss allerdings Diether Dehm ab. Der niedersächsische Landeschef der Linken verglich die beiden aussichtsreichsten Bewerber für das höchste Staatsamt mit zwei der schlimmsten Massenmörder der Geschichte.

"Was würden Sie tun, wenn Sie die Wahl hätten zwischen Hitler und Stalin?" brachte er die Alternativen der Linken in der Bundesversammlung aus seiner Sicht auf den Punkt. Erst nach heftiger Kritik auch aus den eigenen Reihen entschuldigte sich Dehm.

Ganz deutlich wurde dies bei einem ziemlich chaotisch verlaufenen Treffen nach dem zweiten Wahlgang am Mittwochabend in Steinmeiers Zimmer im Reichstagsgebäude.

Dabei kam es zu einer fast schon historischen Begegnung. Erstmals nach seinem Abgang als SPD-Chef betrat Oskar Lafontaine wieder sozialdemokratisches Territorium.

In dem stickigen Raum wurde es ziemlich eng. Denn außer der Linken-Führung rückte die gesamte Grünen-Spitze an, die auch die Ex-FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher mitbrachte. Eine Einigung gab es nicht.

Die Perspektiven für eine rot-rot-grüne Zusammenarbeit haben sich durch die Bundespräsidentenwahl jedenfalls nicht verbessert. Mit ihrem ganzen Verhalten habe sich die Linke "demaskiert", sagte SPD-Geschäftsführer Thomas Oppermann.

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