In Deutschland können Frauen derzeit 14 Wochen mit ihren Neugeborenen zu Hause bleiben.

wza_1190x1500_761330.jpeg
Die italienische EU-Abgeordnete Licia Ronzulli brachte zur Abstimmung über den Mutterschutz ihre kleine Tochter Vittoria mit in den Plenarsaal des Straßburger Parlaments. Die 35-jährige Christdemokratin stimmte für die Verlängerung des Mutterschutzes auf 20 Wochen.

Die italienische EU-Abgeordnete Licia Ronzulli brachte zur Abstimmung über den Mutterschutz ihre kleine Tochter Vittoria mit in den Plenarsaal des Straßburger Parlaments. Die 35-jährige Christdemokratin stimmte für die Verlängerung des Mutterschutzes auf 20 Wochen.

dpa

Die italienische EU-Abgeordnete Licia Ronzulli brachte zur Abstimmung über den Mutterschutz ihre kleine Tochter Vittoria mit in den Plenarsaal des Straßburger Parlaments. Die 35-jährige Christdemokratin stimmte für die Verlängerung des Mutterschutzes auf 20 Wochen.

Straßburg. Das Europäische Parlament will die Mindestdauer des Mutterschutzes in Europa von 14 auf 20 Wochen erhöhen. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch nach kontroverser Debatte in erster Lesung mit großer Mehrheit für eine Neuregelung. In Deutschland gilt derzeit eine Babypause von 14 Wochen bei vollem Lohnausgleich.

Für Elterngeld-Bezieher soll es flexible Lösungen geben

Der Vorstoß sieht aber eine "Flexibilitätslösung" für alle EU-Länder vor, die bereits Regelungen zur Elternzeit haben. In Deutschland gilt ein solches freiwilliges Elterngeld von zwölf Monaten für Frauen, die während dieser Zeit 67 Prozent des Gehalts erhalten.

Nach dem EU-Vorhaben würden die letzten vier Wochen des Mutterschutzes von einer Elternzeit abgezogen. Will eine Frau kein Elterngeld beanspruchen, würde sie die gesamten 20 Wochen Mutterschutz bei vollem Lohnausgleich erhalten.

Deutschland und andere Länder haben Widerstand angekündigt

Das Abstimmungsergebnis ist allerdings noch nicht endgültig. Die Verlängerung des Mutterschutzes muss jetzt mit dem EU-Rat verhandelt werden.

Bei den Regierungen der EU-Mitgliedsländer gibt es noch keine einheitliche Linie in dieser Frage. Die deutsche Bundesregierung, Frankreich und Österreich haben bereits Widerstand gegen die Pläne des EU-Parlaments angekündigt.

In der EU dürfen Mütter derzeit mindestens 14 Wochen in die Babypause. Diese Mindestvorgabe wird von Deutschland, Malta und Schweden gewährt.

Bulgarien gewährt 45 Wochen.

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, kritisierte das Vorhaben. Eine Ausweitung der Mutterschutzfristen bei voller Gehaltszahlung würde den Arbeitgebern deutliche Mehrbelastungen zumuten, die einem wirtschaftlichen Aufschwung im Wege stünden. Die Forderung bedeuteten allein in Deutschland Mehrkosten von mehr als 1,5 Milliarden Euro im Jahr.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer