Gewerkschaft und Arbeitgeber einigen sich nach nur 15 Stunden Verhandlung auf „eine faire Lastenteilung“.

IG Metall-Vorsitzender Berthold Huber (l) und Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser bei der Pressekonferenz nach der Tarifrunde am Donnerstag in Düsseldorf.
IG Metall-Vorsitzender Berthold Huber (l) und Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser bei der Pressekonferenz nach der Tarifrunde am Donnerstag in Düsseldorf.

IG Metall-Vorsitzender Berthold Huber (l) und Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser bei der Pressekonferenz nach der Tarifrunde am Donnerstag in Düsseldorf.

dpa

IG Metall-Vorsitzender Berthold Huber (l) und Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser bei der Pressekonferenz nach der Tarifrunde am Donnerstag in Düsseldorf.

Düsseldorf. In Rekordtempo zum Pilotabschluss in der krisengeschüttelten Metallbranche: Nach 15-stündiger Sitzung einigten sich Arbeitgeber und IG Metall am Donnerstagmorgen in der zweiten Verhandlungsrunde auf einen Abschluss für die Metall- und Elektroindustrie in NRW - er hat bundesweiten Pilotcharakter. Am gleichen Tag übernahmen die Metall-Tarifpartner den Abschluss für die 740 000 Mitarbeiter der Branche im Südwesten.

Kurzarbeitergeld: Von der Leyen prüft Verlängerung

Der Pilotabschluss für die 700 000 Beschäftigten in NRW sieht für 2010 eine Nullrunde bei einer Einmalzahlung von 320 Euro vor. Zum 1. April 2011 steigen die Gehälter für zwölf Monate um 2,7 Prozent - und damit voraussichtlich um kaum mehr als den Inflationsausgleich. Laut Gesamtmetall kann der Beginn der Erhöhung durch eine freiwillige Betriebsvereinbarung um zwei Monate nach vorne oder hinten verschoben werden. Der Entgelt-Tarifvertrag läuft 23 Monate.

Teil der Vereinbarung ist ein Paket zur Jobsicherung: So kann eine neue, tarifliche Kurzarbeit die Beschäftigten für mindestens weitere sechs Monate vor Kündigungen schützen. Gleichzeitig sinken die Kosten der Kurzarbeit für die Firmen - die Arbeitszeit kann bei teilweisem Lohnausgleich befristet auf bis zu 26 Stunden pro Woche gesenkt werden. Auf diese Weise sind die Beschäftigten für ein Jahr vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.

"Mit dem Tarifvertrag ist eine faire Lastenteilung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gefunden worden", sagte IG-Metall-Chef Huber. Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser sprach von einem "eindrucksvollen Zeichen gemeinsamen Krisenmanagements".

Der Abschluss stieß auf positive Reaktionen: Arbeitgeberpräsident Hundt bescheinigte den Tarifparteien Verantwortungsbewusstsein. Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU) signalisierte Entgegenkommen bei der Forderung der Arbeitgeber, dass die Politik die Sozialbeiträge bei der gesetzlichen Kurzarbeit auch nach 2010 übernehmen solle. Red

Damit sollen Entlassungen in Krisenzeiten vermieden werden. Sie senkt die Personalkosten von Unternehmen. Das Geld zahlt die Bundesagentur für Arbeit.

Das Kurzarbeitergeld wurde bis Ende 2008 maximal 12 Monate lang bezahlt. 2009 wurde die Dauer auf bis zu 24 Monate verlängert. Die Förderung läuft Ende 2010 aus.

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