Die Bundeskanzlerin warnt vor einem Schuldenschnitt. Dadurch werde das Vertrauen der Anleger zerstört.

Eurokrise
Angela Merkel am Sonntagabend bei Günther Jauch.

Angela Merkel am Sonntagabend bei Günther Jauch.

dpa

Angela Merkel am Sonntagabend bei Günther Jauch.

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor einem Schuldenschnitt für Griechenland gewarnt. Sonst drohe ein völliger Vertrauensverlust der Anleger in den Euro. „Schuldenschnitt sagt sich leicht“, gab sie in der ARD-Talksendung „Günther Jauch“ zu bedenken. Dabei könnte ein Szenario wie bei der Pleite der Lehman-Bank drohen, die die Finanzkrise ausgelöst hatte. „Was wir nicht machen dürfen ist, das Vertrauen aller Anleger zu zerstören.“ Andernfalls dächten diese, dass nach einem Schuldenschnitt Griechenlands ein solcher Schritt auch bei anderen Ländern drohe. „Sonst legt niemand mehr sein Geld in Europa an.“

„Wir brauchen den Euro, der Euro ist gut für uns.“

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Die Kanzlerin warb eindringlich für die geplanten Hilfsmaßnahmen zur Stabilisierung Griechenlands und des Euros. Die Gefahren, die von den Hellenen ausgingen, beträfen alle Euro-Länder. „Wir brauchen den Euro, der Euro ist gut für uns“, sagte Merkel. „Wir helfen, damit unsere gemeinsame Währung stabil ist.“ Eine Rückkehr zur D-Mark komme wegen Deutschlands Exportabhängigkeit nicht infrage.

Von einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hält die Kanzlerin nichts. Weitere Länder könnten folgen. Wenn Deutschland am Ende mit ganz wenigen Euro-Partnern alleine dastünde, würde man verlieren.

Merkel ist optimistisch, dass die Koalition bei der Bundestagsabstimmung über die Reform des Euro-Hilfsfonds EFSF eine eigene Mehrheit haben wird. Rechnerisch nötig wäre das am Donnerstag nicht, weil auch SPD und Grüne Zustimmung signalisiert haben. Auf die Frage, ob es beim Verfehlen der größeren, symbolisch wichtigen Kanzlermehrheit Neuwahlen gebe, sagte Merkel: „Wir sind bei einem ganz normalen Gesetz, und da braucht die Regierung eine Mehrheit.“ Ohne eigene Mehrheit wäre das Bündnis nach Ansicht von SPD und Grünen politisch am Ende. dpa

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