Die Bundeskanzlerin warnt davor, die DDR nachträglich zu verklären. Diese sei ein Unrechtsstaat gewesen – ohne Wenn und Aber.

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Damals hieß Angela Merkel noch Angela Kasner. Das Foto zeigt sie im Juli 1973, nach ihrem Abitur, mit Freunden beim Camping im brandenburgischen Himmelpfort. In einem Interview mit unserer Zeitung gibt sie seltene Einblicke in ihre DDR-Vergangenheit.

Damals hieß Angela Merkel noch Angela Kasner. Das Foto zeigt sie im Juli 1973, nach ihrem Abitur, mit Freunden beim Camping im brandenburgischen Himmelpfort. In einem Interview mit unserer Zeitung gibt sie seltene Einblicke in ihre DDR-Vergangenheit.

dpa

Damals hieß Angela Merkel noch Angela Kasner. Das Foto zeigt sie im Juli 1973, nach ihrem Abitur, mit Freunden beim Camping im brandenburgischen Himmelpfort. In einem Interview mit unserer Zeitung gibt sie seltene Einblicke in ihre DDR-Vergangenheit.

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor einer Verklärung der DDR gewarnt und sie als "Unrechtssystem" bezeichnet. Sie widersprach damit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), der sich bereits vor einigen Wochen dagegen verwahrt hatte, die DDR "als totalen Unrechtsstaat zu verdammen", in dem es "nicht das kleinste bisschen Gutes" gegeben habe.

In einem Interview mit unserer Zeitung sagte Merkel: "Wir haben leider ein hohes Maß an Unwissen. Wer keine Verwandten in der DDR hatte, der hat sehr wenig erfahren." Die Kanzlerin beklagte, dass die DDR-Geschichte im Schulunterricht offenbar keine große Rolle spiele.

Sellering hatte am Wochenende seine Aussagen bekräftigt und davor gewarnt, die Rechtsprechung in der DDR pauschal zu verdammen. "Es sind auch in der DDR gerechte Urteile gefällt worden", sagte er dem "Hamburger Abendblatt". "Wenn das der totale Unrechtsstaat gewesen wäre, hätte man keinen einzigen Richter übernehmen dürfen."

Sellering war 1994 als Richter aus dem Ruhrgebiet nach Greifswald gekommen und hatte mit darüber zu entscheiden, welche Richter des SED-Regimes in den Öffentlichen Dienst Mecklenburg-Vorpommerns übernommen werden.

"Wir können nicht so tun, als sei ein idealer Staat auf einen total verdammenswerten getroffen", sagte Sellering. "Die Bundesrepublik hatte ihre Schwächen, und die DDR hatte ihre Stärken."

Am 17.Juli wird Angela Dorothea Kasner in Hamburg als erstes Kind des Theologiestudenten Horst Kasner und der Lehrerin Herlind Kasner geboren. Der Vater wird in Quitzow (Brandenburg) Pfarrer.

Merkel wird Mitglied der SED-Jugendorganisation "Freie Deutsche Jugend" (FDJ).

Abschluss als Diplomphysikerin; Einstellung an der Akademie der Wissenschaften, Berlin.

Eintritt in die Partei "Demokratischer Aufbruch". Diese Gruppierung fordert eine sozial-ökologische Marktwirtschaft und die Deutsche Einheit.

Merkel betonte dagegen, dass "das menschlich, persönlich Gute", das es auch gegeben habe, das System nicht nachträglich legitimieren könne. "Es gab Kinderbetreuung", so Merkel, "aber das miserable Wirtschaftssystem erforderte auch, dass möglichst jeder erwerbstätig war."

Auch SPD-Chef Franz Müntefering und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hatten sich zuletzt indirekt gegen Sellering gestellt und die DDR als "Unrechtsstaat" bezeichnet.

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