Vor der Bundestagswahl spielt zwischen den CDU-Granden alter Groll keine Rolle mehr.

Gaben sich gelöst: Kanzlerin Angela Merkel und Altkanzler Helmut Kohl beim Gespräch in Kohls Privathaus in Ludwigshafen.
Gaben sich gelöst: Kanzlerin Angela Merkel und Altkanzler Helmut Kohl beim Gespräch in Kohls Privathaus in Ludwigshafen.

Gaben sich gelöst: Kanzlerin Angela Merkel und Altkanzler Helmut Kohl beim Gespräch in Kohls Privathaus in Ludwigshafen.

dpa

Gaben sich gelöst: Kanzlerin Angela Merkel und Altkanzler Helmut Kohl beim Gespräch in Kohls Privathaus in Ludwigshafen.

Berlin. Prominenter Besuch im Privathaus von Alt-Kanzler Helmut Kohl in Ludwigshafen-Oggersheim: Die CDU-Vorsitzende und Kanzlerin Angela Merkel besuchte Kohl, der noch immer unter den Folgen eines schweren Unfalls leidet. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm teilte am Dienstag mit, dass Kohl und Merkel zu einem ausführlichen Gespräch über den Mauerfall vor 20 Jahren und den Weg zur deutschen Einheit gesprochen haben. Der Merkel-Besuch fand bereits am Montag statt.

Dabei habe Merkel die Verdienste ihres Vor-Vorgängers im Kanzleramt um die deutsche Wiedervereinigung gewürdigt. In "privater, harmonischer Atmosphäre" hätten sie auch darüber gesprochen, wie sie persönlich die entscheidenden Wochen und Monate nach dem Mauerfall erlebt haben. "Es bleibt die historische Leistung des Bundeskanzlers Helmut Kohl, dass er gemeinsam mit seinen damaligen Partnern den Weg zur deutschen Einheit friedlich, in großem gegenseitigen Vertrauen und eingebettet in die europäische Einigung gestaltet hat", zitierte Wilhelm die Kanzlerin. Kohl betonte, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise sei Europas Rolle in der Welt gefordert.

Das Treffen ist aus zweierlei Sicht bemerkenswert. Zum einen zeigt es, dass sich Kohl mit Merkel versöhnt hat. Sie galt lange als "Kohls Mädchen", setzte sich aber in der CDU-Spendenaffäre entscheidend von ihrem alten Lehrmeister ab. Mit der neuen Harmonie, gezeigt kurz vor der Bundestagswahl, hofft Merkel nun auch auf alte Kohl-Wähler.

Zum anderen zeigt die Begegnung, dass es Kohl offenkundig nach dem schweren Sturz gesundheitlich deutlich besser geht. Freunde hatten sich lange Sorgen gemacht. Doch zuletzt hatte sich der Altkanzler auch äußerst aktiv in die Diskussion um die Zukunft der Hannelore-Kohl-Stiftung - benannt nach seiner ersten Frau - eingeschaltet.

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