Bei einer künstlichen Befruchtung wurde ein Embryo gezielt ausgesucht. Nun tobt eine ethische Grundsatzdebatte.

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dpa.

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London. Gibt es das Recht auf ein gesundes Kind? Sollte man Krebs ausmerzen, wenn man die Wahl hat? Während sich in London ein anonymes Elternpaar über das weltweit erste Baby ohne Brustkrebsgen freut, ist in Großbritannien erneut eine Debatte um die Auswahl "richtiger" Embryonen ausgebrochen.

Das Mädchen, das am Freitg im University College Hospital der Hauptstadt zu Welt kam, ist eine kleine medizinische Sensation - und Ergebnis eines akribischen Auswahlverfahren im Reagenzglas. Das Kind wird, anders als die weiblichen Verwandten seines Vaters, nicht an einer bestimmten Brustkrebsvariante sterben.

"Die Übertragung dieser Krebsform, die die Familie über Generationen geplagt hat, ist jetzt ausgelöscht", freute sich Paul Serhal, der verantwortliche Reproduktionsmediziner. "Dem Baby und der Mutter geht es sehr gut."

Die unbekannte 27-jährige Frau und ihr Mann (28) hatten sich wegen der erblichen Vorbelastung für eine künstliche Befruchtung entschieden. Die elf im Reagenzglas erzeugten Embryonen wurden nach drei Tagen auf das Risikogen BRCA1 untersucht und aussortiert. Die Mutter trug eines der gesunden Embryos aus.

Die in Deutschland verbotene Embryonen-Auswahl sorgt auch in Großbritannien für heftige Reaktionen, wobei der Zuspruch deutlich überwiegt. Gegner kritisieren vor allem, dass es unmoralisch sei, nicht perfekte Babys auszusortieren. Sie befürchten, Eltern könnten sich in Zukunft "Designer-Babys" kreieren lassen.

"Brustkrebs ist eine ernsthafte Erkrankung, keine körperliche Eigenschaft", richtete sich Serhal an die Kritiker. "Wir untersuchen die Embryonen nicht auf banale oder irrelevante Äußerlichkeiten."

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