Vor zehn Jahren war es der Dammbruch einer Golderz-Aufbereitungsanlage in Rumänien, der weite Landstriche mit Zyanidlauge verseuchte. Nun erleben die Menschen in Ungarn eine Apokalypse aus rotem Giftschlamm. Die sozialistische Zeit ist zwar Geschichte, aber viele Industrieanlagen des Ostens haben als durchgerostete Schrottberge den Wandel überlebt.

Das ist das eine Problem. Das andere ist, dass diesen Altlasten korrupte Behörden gegenüberstehen, Betreiber, die Umweltschutz allein als lästigen Kostenfaktor sehen - und Regierungen, die vor den Gefahren die Augen verschließen. Das Desaster von Kolontar ist ein Beispiel dafür, wie Verantwortliche Fakten vernebeln und Schäden herunterspielen.

Weil Katastrophen von diesem Ausmaß immer auch eine internationale Dimension haben, muss Brüssel künftig seinen Druck verstärken: Die Monstren der sozialistischen Ära sind ökologische Zeitbomben; sie gehören nicht ins 21. Jahrhundert.

christoph.lumme@wz-plus.de

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