Diese Ehrung ist zu Lebzeiten Bundespräsidenten vorbehalten.

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Altbundeskanzler Helmut Kohl war als Ehrengast beim CDU-Parteiabend. Hier ist er im Gespräch mit seiner Frau Maike Kohl-Richter.

Altbundeskanzler Helmut Kohl war als Ehrengast beim CDU-Parteiabend. Hier ist er im Gespräch mit seiner Frau Maike Kohl-Richter.

dpa

Altbundeskanzler Helmut Kohl war als Ehrengast beim CDU-Parteiabend. Hier ist er im Gespräch mit seiner Frau Maike Kohl-Richter.

Düsseldorf. Wenn es nach der CDU geht, wird das Konterfei von Altkanzler Helmut Kohl bald auf vielen Briefen zu sehen sein. Mit einer Sonderbriefmarke soll Kohls "herausragende politische Lebensleistung" insbesondere mit Blick auf die Deutsche Einheit gewürdigt werden, heißt es in dem beim Parteitag einstimmig angenommenen Antrag. Die Entscheidung über eine solche Briefmarke muss das Bundesfinanzministerium unter Wolfgang Schäuble (CDU) fällen. Doch einer schnellen Realisierung dieses Wunsches der Partei stehen zwei Hürden im Weg.

Eine Ausnahme wurde bisher nur für Papst Benedikt XVI. gemacht

Hürde eins: Für Kohl müssten die bisher geltenden Regeln außer Kraft gesetzt werden. Briefmarken mit Motiven von Persönlichkeiten werden nämlich in der Regel erst nach deren Tod gedruckt. Lediglich für Bundespräsidenten gilt: Wenn sie einverstanden sind, können schon zu Lebzeiten Briefmarken von ihnen gedruckt werden. Der letzte Bundespräsident, der dazu sein Einverständnis gab, war 1982 Karl Carstens. Die bisher einzige Ausnahme von dieser Regel wurde im Jahr 2007 für Papst Benedikt XVI. gemacht.

Hürde zwei bezieht sich auf die Geschwindigkeit der Umsetzung. Das Gremium, das im Finanzministerium festlegt, welche neuen Markenmotive aufgelegt werden sollen, ist der Programmbeirat. Dieses 14-köpfige Gremium - bestehend aus Politikern verschiedener Parteien, Vertretern der Post und einigen mit Briefmarken befassten Verbänden - legt jeweils mehr als ein Jahr im voraus die Motive fest. Die Entscheidung für die rund 50neuen Sondermarkenmotive für das kommende Jahr fiel schon im Herbst 2009.

Die Sondermarke noch 2011 zu realisieren, wäre technisch schwierig

Selbst wenn der Altbundeskanzler noch nachträglich auf die Liste gesetzt werden könnte, wäre es technisch schwierig, eine Sondermarke schon im nächsten Jahr herauszugeben, heißt es aus dem Bundesfinanzministerium. Zunächst müsste im Kunstbeirat über das Motiv gesprochen werden, danach würden Künstler mit der Gestaltung betraut - insgesamt ist für neue Sondermarken ein Vorlauf von einem Jahr üblich. Wahrscheinlicher wäre also eine Kohl-Briefmarke frühestens 2012 oder sogar erst 2013.

Vorschläge für Markenmotive - das müssen keine Persönlichkeiten sein - kann übrigens jeder Bürger einreichen. Das Bundesfinanzministerium sammelt jetzt schon Ideen für das Jahr 2013.

Ideenwettbewerb Markenmotive:

http://bit.ly/b4F2BW

 

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