Die Bundesregierung will die Kaufanreize erhöhen – und unter anderem Busspuren freigeben. Doch es gibt Kritik.

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ARCHIV - Eine Frau hält auf dem Palexpo Gelände in Genf den Stecker eines Verbindungskabels an den Stromanschluss eines Smart Brabus electric drive (Archivfoto vom 04.03.2009). Gezielte Kaufanreize für Elektroautos sind nach Einschätzung des Karlsruher Wissenschaftlers Gutsch unerlässlich. Das erläutert der Projektleiter für Elektromobilität am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einem dpa-Gespräch am Freitag 13.05.2011.

ARCHIV - Eine Frau hält auf dem Palexpo Gelände in Genf den Stecker eines Verbindungskabels an den Stromanschluss eines Smart Brabus electric drive (Archivfoto vom 04.03.2009). Gezielte Kaufanreize für Elektroautos sind nach Einschätzung des Karlsruher Wissenschaftlers Gutsch unerlässlich. Das erläutert der Projektleiter für Elektromobilität am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einem dpa-Gespräch am Freitag 13.05.2011.

Marijan Murat dpa/lsw (Zu dpa-Gespräch «Forscher fordert Kaufanreize für E-Autos» vom 13.05.2011) +++(c) dpa - Bildfunk+++

ARCHIV - Eine Frau hält auf dem Palexpo Gelände in Genf den Stecker eines Verbindungskabels an den Stromanschluss eines Smart Brabus electric drive (Archivfoto vom 04.03.2009). Gezielte Kaufanreize für Elektroautos sind nach Einschätzung des Karlsruher Wissenschaftlers Gutsch unerlässlich. Das erläutert der Projektleiter für Elektromobilität am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einem dpa-Gespräch am Freitag 13.05.2011.

Berlin. Das Ziel klingt eigentlich gar nicht so unerreichbar. Eine Million E-Fahrzeuge sollen bis 2020 auf deutschen Straßen rollen – sogenannte Hybrid-Autos, die auch mit Benzin betrieben werden, mit eingeschlossen. Das sind etwa halb so viele Autos wie seit Anfang Januar in diesem Jahr insgesamt in Deutschland neu zugelassen wurden. Doch in der Industrie herrschen nach wie vor Zweifel, ob die Latte nicht zu hoch hängt

Wie viele E-Autos gibt es bislang?

Vergleichsweise wenig: Anfang 2014 rollten knapp 100 000 Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb über deutsche Straßen. Bei bundesweit 43,9 Millionen zugelassenen Autos ist das ein Anteil von 0,2 Prozent. Der ist bei den Neuzulassungen sogar gesunken: Seit Anfang 2014 wurden laut Kraftfahrzeug-Bundesamt 23 700 neue E- und Hybrid-Autos zugelassen, bei knapp zwei Million Neuzulassungen insgesamt.

Was ist das Problem?

E-Autos sind immer noch vergleichsweise teuer. Ein weiteres Problem ist die Reichweite. Mit einem reinen E-Auto kommt man im Schnitt etwa 150 Kilometer weit. Dann muss es geladen werden – und dafür fehlt vor allem im ländlichen Raum noch die Infrastruktur.

Was tut die Bundesregierung?

Schon jetzt fällt für E-Autos für zehn Jahre nach dem Kauf keine Kfz-Steuer an. Nach dem am Mittwoch gebilligten Kabinettsentwurf sollen E-Autos künftig außerdem im Straßenverkehr bevorzugt werden. So soll den Kommunen unter anderem das Recht eingeräumt werden, kostenlose Parkplätze zu reservieren und die Nutzung von Busspuren zu erlauben. Finanzielle Zuschüsse beim Kauf eines E-Autos, wie es sie beispielsweise in Frankreich oder China gibt, lehnt die Bundesregierung ab.

 

Was fordert die Industrie, um die Entwicklung zu beschleunigen?

Daimlers Smart-Chefin Annette Winkler rief jüngst nach mehr Unterstützung für E-Autos. Das Beispiel anderer Länder wie Norwegen zeige, dass die Kombination aus finanziellen und nicht-finanziellen Anreizen am besten wirke. Der VDA fordert zusätzliche Erleichterungen für elektrische Firmenwagen. So sollen über bessere Abschreibungsmöglichkeiten zusätzliche Steuervorteile geschaffen werden.

Was spricht gegen eine Förderung?

Viele Städte sprechen sich gegen die Idee aus, Busspuren für Elektroautos freizugeben. Die Städte fürchten unter anderem Nachteile für den Öffentlichen Nahverkehr. Auch der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert die Bevorzugung der Autos gegenüber Fahrrad und Nahverkehr.

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