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Attentate mit Autobomben in Bagdad - ein leider alltägliches Bild.

Attentate mit Autobomben in Bagdad - ein leider alltägliches Bild.

dpa

Attentate mit Autobomben in Bagdad - ein leider alltägliches Bild.

Bagdad/Mossul (dpa). Die irakische Regierung ist Gerüchten über einen vereitelten Militärputsch entgegengetreten, die am Dienstag in Bagdad die Runde machten. Die Gerüchte waren aufgekommen, nachdem die Sicherheitskräfte am Morgen alle Brücken und Hauptverkehrsstraßen der irakischen Hauptstadt für vier Stunden gesperrt hatten.

Regierungssprecher Ali al-Dabbagh sagte: «Es gibt keinen Militärputsch. So etwas ist ausgeschlossen.» Kassem Atta, der Sprecher der Regierung für Sicherheitsfragen, erklärte, die Sicherheitskräfte hätten einen Hinweis erhalten, dass Terrorgruppen in Bagdad am Dienstag mehrere Autobomben zünden wollten. Deshalb seien die Straßen gesperrt worden.

Die regierungskritische Nachrichtenagentur Al-Yaqen berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, in den Stadtvierteln Jarmuk, Al-Adl, Al-Amirija und Al-Dschamaa seien Dutzende von «Zivilisten» festgenommen worden.

Die Einwohner von Bagdad stöhnten zwar einerseits über die Sperrung, zeigten sich aber andererseits erleichtert, dass es keine neuen Terroranschläge gab. «Die Regierung sagt, dass sie das Fahrverbot ausgesprochen hat, um Autobomben-Anschläge zu verhindern, und das ist schon eine positive Sache», sagte Chaled al-Husseini (47), als er am Morgen vergeblich auf den Bus wartete, der ihn zu seinem Arbeitsplatz bringen sollte.

In den vergangenen Monaten waren in Bagdad mehrfach an einem Tag kurz hintereinander mehrere Autobomben vor öffentlichen Gebäuden gezündet worden. Dutzende von Menschen verloren dadurch ihr Leben.

Im Zusammenhang mit den Gerüchten über einen vereitelten Militärputsch fiel auch der Name des sunnitischen Parlamentariers Saleh al-Mutlak, dessen Nationale Dialogfront in der vergangenen Woche zusammen mit 14 weiteren Parteien von der Parlamentswahl ausgeschlossen worden war. In der 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Mossul demonstrierten rund 400 Menschen gegen den Ausschluss dieser Parteien von der für den 7. März geplanten Wahl. Al-Mutlak hatte für die Wahl eine Allianz mit mehreren einflussreichen schiitischen und sunnitischen Politikern gebildet, unter ihnen der frühere Ministerpräsident Ijad Allawi.

Nach Angaben der Polizei in Mossul erschossen Unbekannte am Dienstag in der Stadt einen 17 Jahre alten Christen in der Nähe seines Hauses. Bei einem Gefecht zwischen Extremisten und der Polizei starben drei Kämpfer und ein Polizist. 

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