Sicherheit: De Maizière stellt am Montag in Brüssel einen Fünf-Punkte-Katalog vor. El Kaida bekennt sich zu Paketbomben.

Berlin. Nach den vereitelten Paketbombenanschlägen hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor weiteren Terrorakten gewarnt. "Es gibt ernstzunehmende Hinweise auf Anschläge in Europa und den USA", sagte der CDU-Politiker. "Die Ereignisse sind für mich Anlass, meine Sorgen erstmals öffentlich zu machen", sagte der Minister mit Blick auf die Bomben aus dem Jemen und den Sprengsatz, der aus Griechenland an Kanzlerin Angela Merkel geschickt worden war. Er forderte die Bürger zu höchster Aufmerksamkeit auf.

Paketbombe: Sicherheitskräfte glaubten zuerst an Fehlalarm

Der Transport einer Paketbombe aus dem Jemen über Deutschland war von den deutschen Sicherheitskräften anfangs als Fehlalarm eingestuft worden. Daher wurde auch die Kanzlerin zunächst nicht unterrichtet. "Wir wollten belastbare Ergebnisse abwarten", sagte De Maizière. Merkel reiste daher uninformiert zu Gesprächen mit ihrem britischen Kollegen David Cameron nach London. Sie erfuhr die Einzelheiten erst vom Premier - und war entsprechend ungehalten.

Die Verantwortung für die vereitelten Anschläge mit Luftpostpaketen aus dem Jemen übernahm die "El Kaida auf der Arabischen Halbinsel". Die Sprengsätze, die vor einer Woche in England und Dubai abgefangen werden konnten, waren an jüdische Einrichtungen in den USA adressiert. Eine der Bomben wurde auf dem Flughafen Köln/Bonn umgeladen. El Kaida behauptet, auch für den Absturz einer UPS-Maschine am 3.September in Dubai verantwortlich zu sein.

De Maizière will am Montag in Brüssel einen Katalog vorlegen, um Sicherheitslücken in der Luftfracht zu schließen. Zudem läuft in der Regierung derzeit die Überprüfung der Sicherheitsgesetze, die seit dem Terror vom 11. September 2001 beschlossen worden sind. Berichten zufolge plant de Maizière, die Befugnisse der Sicherheitsbehörden nochmals zu erweitern.

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