Ungeachtet des Drucks in der Kredit- und Medienaffäre will der Bundespräsident nicht zurücktreten.

Im Fernsehen räumte Wulff Fehler ein. Pressevertreter waren nicht zugelassen. Sie mussten den Auftritt am Bildschirm verfolgen.
Im Fernsehen räumte Wulff Fehler ein. Pressevertreter waren nicht zugelassen. Sie mussten den Auftritt am Bildschirm verfolgen.

Im Fernsehen räumte Wulff Fehler ein. Pressevertreter waren nicht zugelassen. Sie mussten den Auftritt am Bildschirm verfolgen.

dpa

Im Fernsehen räumte Wulff Fehler ein. Pressevertreter waren nicht zugelassen. Sie mussten den Auftritt am Bildschirm verfolgen.

Berlin. Der Bundespräsident versucht den Befreiungsschlag: Christian Wulff will trotz des anhaltenden Drucks in der Kredit- und Medienaffäre im Amt bleiben.

In einem Interview mit ARD und ZDF räumte er am Mittwochabend zwar Fehler ein, lehnte einen Rücktritt aber ab. „Ich nehme meine Verantwortung gerne wahr“, sagte Wulff. Er übe sein Amt mit Freude aus und wisse, dass er nichts Unrechtes getan habe. Er habe in den vergangenen Wochen große Unterstützung von Bürgern und seinen Mitarbeitern erlebt.

Den umstrittenen Anruf bei der „Bild“ bezeichnete Wulff als „unwürdig“ für einen Bundespräsidenten. Dies sei ein „schwerer Fehler“ gewesen, der ihm sehr leid tue und für den er sich entschuldige. Befragt wurde Wulff von den Leitern der Hauptstadtstudios von ARD und ZDF, Ulrich Deppendorf und Bettina Schausten.

Den Vorwurf der Salami-Taktik weist Wulff von sich

Mit Blick auf den privaten Hauskredit sagte Wulff: „Ich möchte nicht Präsident in einem Land sein, in dem man sich von einem Freund kein Geld mehr leihen kann.“ Zu den Vorwürfen der Salami-Taktik bei der Aufklärung sagte er, dass er 400 Fragen bekommen habe: „Wenn wir sie scheibchenweise bekommen, dann können wir sie auch nur scheibchenweise beantworten.“ Wulff fügte hinzu: „morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet stellen.“

Wulff räumte erneut ein, dass es besser gewesen wäre, wenn er im niedersächsischen Landtag sofort darauf verwiesen hätte, dass er 500 000 Euro von der Unternehmergattin Edith Geerkens geliehen bekommen habe – auch wenn damals nur nach Geschäftsbeziehungen zu Egon Geerkens gefragt wurde.

In einer aktuellen Forsa-Umfrage meinen 46 Prozent der Deutschen, Wulff solle sein Amt zur Verfügung stellen. Ebenso viele sagen aber, er solle bleiben.

Bei einer Neuwahl hätte der Ex-Chef der Stasi-Behörde Joachim Gauck mit 30 Prozent den meisten Rückhalt. Danach folgen Günther Jauch (13 %) und Ursula von der Leyen (CDU/12 %).

Die erneute öffentliche Erklärung kam wohl nicht ganz freiwillig. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte deutlich gemacht, dass sie angesichts neuer Vorwürfe eine Erklärung von Wulff erwarte. Red

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