Mit einem Friedensmarsch wollen Muslime ein Zeichen gegen islamistischen Terror setzen. Bis zu 10.000 Menschen werden in Köln erwartet.

Lamya Kaddor
Lamya Kaddor, hier im Januar bei einer Konferenz in Hamburg, ist unter anderem Islamwissenschaftlerin und Buchautorin. Foto: Bodo Marks

Lamya Kaddor, hier im Januar bei einer Konferenz in Hamburg, ist unter anderem Islamwissenschaftlerin und Buchautorin. Foto: Bodo Marks

dpa

Lamya Kaddor, hier im Januar bei einer Konferenz in Hamburg, ist unter anderem Islamwissenschaftlerin und Buchautorin. Foto: Bodo Marks

Köln. #NichtMitUns - Muslime und Freunde gegen Gewalt und Terror – unter diesem Motto steht eine Großdemo, die für Samstag, 17. Juni, in Köln angemeldet ist. Für 13 Uhr rufen die Islamiwissenschaftlerin Lamya Kaddor und der Friedensaktivist Tarek Mohamad zur Versammlung auf dem Kölner Heumarkt auf: „Lasst uns ein mächtiges Zeichen gegen den Terror setzen“, heißt es im Online-Aufruf zur Teilnahme. Den Prognosen nach wird das wohl gelingen: Die Veranstalter erwarten bis zu 10.000 Menschen.

Den Termin haben sie bewusst mitten in den Fastenmonat Ramadan gelegt – im Islam eine heilige Zeit, die Frieden, Familie und Einkehr gewidmet ist: „Perverser Weise nutzen die Terroristen ausgerechnet diese Zeit immer wieder für besonders viele ihrer abscheulichen Taten“, schreiben die Veranstalter. Deshalb biete sich der Monat besonders an, um auf die Straße zu gehen und den Terroristen „aus voller Kehle entgegen zu rufen: ,Nicht mit uns!‘ - ,Ihr gehört nicht dazu!‘ - ,Ihr seid nicht wir, und wir sind nicht ihr!‘“

Große Aufmerksamkeit für Friedensmarsch

Der Aufruf stieß deutschlandweit auf ein großes Medienecho, überregionale und regionale Medien berichteten ebenso wie Rundfunk und Fernsehen. Zahlreiche Politiker und Prominente sagten ihre Unterstützung zu. In der Liste der Erstunterzeichner finden sich Namen wie Grünen-Chef Cem Özdemir, NRW-FDP-Frontmann Christian Lindner oder Thomas Oppermann, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Auch Organisationen wie der DGB-Stadtverband Krefeld, die Unabhängige Synagogengemeinde Berlin Bet Haskala oder der Zentralrat der Muslime in Deutschland gehören dazu.

Im Kampf gegen den Terror sehen die Veranstalter Muslime besonders in der Pflicht: „Es ist unser Glaube, der hier missbraucht wird, der hier beschmutzt, beleidigt und bis zur Unkenntlichkeit entstellt wird“, heißt es in dem Aufruf. Man vergesse zwar nicht den Terror von Rechts, wolle aber „dieses Mal nur die Aufmerksamkeit auf die andere Seite richten“. ger

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