Energiewende
Die Energiewende ist laut Verbraucherzentralen «teurer als sie sein müsste. Sie ist zu schlecht koordiniert, sie ist zu schlecht geplant». Foto: Roland Weihrauch/ Symbol

Die Energiewende ist laut Verbraucherzentralen «teurer als sie sein müsste. Sie ist zu schlecht koordiniert, sie ist zu schlecht geplant». Foto: Roland Weihrauch/ Symbol

dpa

Die Energiewende ist laut Verbraucherzentralen «teurer als sie sein müsste. Sie ist zu schlecht koordiniert, sie ist zu schlecht geplant». Foto: Roland Weihrauch/ Symbol

Berlin (dpa) - Neben neuen Stromautobahnen braucht Deutschland einer Studie zufolge auch neue Verteilnetze von bis zu 193 000 Kilometern Länge, um die Energiewende zu schaffen.

Nach der am Dienstag in Berlin veröffentlichten Analyse der Deutschen Energie-Agentur (Dena) ergibt sich ein Neubaubedarf zwischen 135 000 und 193 000 Kilometern bis zum Jahr 2030. Bis zu 25 000 Kilometer im Hoch- Mittel- und Niederspannungsnetz müssten umgebaut werden. Als Kostenrahmen werden 27,5 bis 42,5 Milliarden Euro veranschlagt. Vor allem die Mittel- und Hochspannungsebene müsste ausgebaut werden.

Die Verteilnetze sind im übertragenen Sinn die Land-, Kreis- und Gemeindestraßen im deutschen Stromnetz, während die Stromautobahnen den Strom in großen Mengen über lange Distanzen transportieren. Durch die überall zunehmende Wind- und Solarstromproduktion kommt den Verteilnetzen die Aufgabe zu, den Ökostrom auf den unteren Spannungsebenen zu verteilen. Die Dena betont, dass die Kapazität nicht mehr reiche, um regional überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien abzutransportieren. 2011 verdreifachte sich zum Beispiel wegen der Netzengpässe die zwangsweise Abschaltung von Windparks.

«Um die Investitionen in den Netzbetrieb und die Instandhaltung des Verteilnetzes sicherzustellen, hat die Bundesnetzagentur eine attraktive Rendite rechtlich festgelegt», sagte Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. Allerdings zeige sich in der Praxis, dass sich durch den hohen Ausbaubedarf oft Renditen ergeben würden, «die für die Verteilnetzbetreiber nicht auskömmlich sind». Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) als Sprachrohr der Stadtwerke kritisierte, die derzeitigen Rahmenbedingungen würden nötige Investitionen abwürgen.

Der Grünen Energie-Politiker Oliver Krischer kritisierte, dass die Dena-Studie mit Horrorazahlen operiere. «Es ist nicht seriös, die Kosten der Weiterentwicklung und Optimierung des Verteilnetzes derart zu dramatisieren.» Die Verteilnetzbetreiber hätten seit Jahren viel zu wenig in die Modernisierung der Netze investiert, das habe nichts mit der Energiewende zu tun. «Die dena operiert mit über 20 Jahre aufaddierten Horrorzahlen. Aufs Jahr betrachtet reden wir von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro und das ist die Größenordnung, die auch früher in Verteilnetze investiert wurde», betonte Krischer.

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