Der Bundestag in Berlin - das Herz der deutschen Demokratie. Foto: Paul Zinken/Archiv
Der Bundestag in Berlin - das Herz der deutschen Demokratie. Foto: Paul Zinken/Archiv

Der Bundestag in Berlin - das Herz der deutschen Demokratie. Foto: Paul Zinken/Archiv

dpa

Der Bundestag in Berlin - das Herz der deutschen Demokratie. Foto: Paul Zinken/Archiv

Gütersloh (dpa) - Die Zufriedenheit der Deutschen mit der Demokratie steigt, die Wahlbeteiligung aber sinkt. Und sie werde weiter zurückgehen, heißt es in einer Studie der Bertelsmann Stiftung und des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Grund für die Wahlmüdigkeit sei aber nicht Frust oder Protest, sondern eine wachsende Gleichgültigkeit.

Demnach verabschieden sich vor allem einkommensschwache und bildungsferne Menschen aus der aktiven Teilhabe an Demokratie. «Je geringer der Sozialstatus und je größer das politische Desinteresse im Freundeskreis, desto weniger wahrscheinlich wird der Gang zur Wahlurne», stellt die Studie fest. Dafür wurden 1548 Menschen ab 16 Jahre befragt und Daten zur Wahlbeteiligung der vergangenen Jahre analysiert.

Bis Mitte der 80er Jahre lag die Beteiligung an Bundestagswahlen noch bei 90 Prozent, 2009 nur noch knapp über 70 Prozent. Grund sei in erster Linie, dass immer mehr Einkommensschwache und Bildungsferne am Wahlsonntag zu Hause blieben. «Aktuell sagen 68 Prozent aus der oberen Schicht, dass sie bei der Bundestagswahl in jedem Fall wählen werden. In der unteren Schicht sind es dagegen nur 31 Prozent.»

Zugleich wachse die allgemeine Zufriedenheit mit der Demokratie und dem politischem System, hieß es. Dies gelte besonders für die Ostdeutschen: 2003 äußerten sich lediglich 47 Prozent der Ost-Bürger zufrieden, inzwischen tun dies 74 Prozent (West: von 72 auf 84). Nur 11 Prozent der Bundesbürger geben an, mit der Demokratie unzufrieden zu sein. Zehn Jahre zuvor waren es 29 Prozent.

Besonders überraschend: Eine wachsende Mehrheit der Bürger (65 Prozent) macht der Studie zufolge durchaus große Unterschiede zwischen den im Bundestag vertretenen Parteien aus. Lediglich 24 Prozent finden demnach aktuell, die Parteien seien im Grunde alle gleich. Zu Beginn der 1990er Jahre sagten das noch 31 Prozent.

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