Bei Steuern und Abgaben insgesamt liegt die Bundesrepublik knapp unter dem EU-Durchschnitt, beim Spitzensatz darüber.

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Die Steuerbelastung in den EU-Staaten ist sehr unterschiedlich.

Die Steuerbelastung in den EU-Staaten ist sehr unterschiedlich.

dpa

Die Steuerbelastung in den EU-Staaten ist sehr unterschiedlich.

Brüssel. Die Bundesrepublik rangiert bei Steuern und Abgaben im europäischen Mittelfeld. Nach dem jüngsten Steuerbericht der EU-Kommission lag die Quote aus Steuern und Sozialbeiträgen im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung hierzulande knapp – einen Zehntelprozentpunkt – unter dem europäischen Mittelwert von 38,8 Prozent. Am wenigsten tragen die Steuerzahler in Litauen und Bulgarien zur Gesamtleistung ihres Landes bei, ganz oben liegen Dänen, Schweden und Belgier. Auch in Frankreich und Italien greift der Staat kräftiger zu als in Deutschland.

Steuern auf Arbeit machen die Hälfte des Gesamtaufkommens aus

Nach wie vor sind die Steuern auf Arbeit für den Löwenanteil – fast 50 Prozent – der gesamten Steuereinnahmen in der EU verantwortlich. Konsumsteuern tragen ein Drittel bei, Kapitalsteuern rund ein Fünftel. Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) lag das Aufkommen aus Kapitalsteuern in Deutschland mit 6,2 Prozent um einiges unter dem EU-Schnitt (acht Prozent).

Bei Vermögens- und Erbschaftssteuern bleiben die Deutschen noch stärker unter dem EU-Niveau. Löhne und Gehälter sind hingegen in Deutschland überdurchschnittlich am Gesamtaufkommen beteiligt, Umweltsteuern leicht unterdurchschnittlich.

Bei den effektiven Steuersätzen rangiert die Bundesrepublik ebenfalls in der Mitte des EU-Feldes: Löhne und Gehälter wurden bei uns mit 37,1 Prozent besteuert, im EU-Schnitt etwas geringer (35,8 Prozent). Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Tarifen auf Konsum und Kapitaleinkünfte (EU-Schnitt 20,1 Prozent bzw. 22 Prozent).

Bei der Kapitalbesteuerung klaffen im übrigen die Sätze in der EU besonders weit auseinander: In Litauen bescheidet sich der Fiskus mit 5,5 Prozent, in Frankreich vereinnahmt er 44,4 Prozent. Als Beschäftigter steht man sich hingegen in Malta am günstigsten: Dort schöpfte die öffentliche Hand nur 22,7 Prozent von Löhnen und Gehältern ab (EU-Schnitt 35,8 Prozent).

Bei Spitzeneinkommen verlangen die Schweden die meisten Steuern

Bei den Spitzeneinkommen langen die Schweden am energisch-sten zu: Sie verlangen derzeit 56,6 Prozent. In dieser Kategorie folgen Dänemark und Belgien dichtauf. In Bulgarien kommt man hingegen auch als Einkommensmillionär mit zehn Prozent davon. Insgesamt sind die EU-Staaten an dieser Stelle des Steuersystems zurückhaltender geworden: Vereinnahmte der Fiskus im Jahr 2000 von hohen Einkommen noch fast 45 Prozent, sind es jetzt nur noch 38,3 Prozent.

Die Kommission strich als wichtigste Entwicklungen im Vergleich zu 2010 heraus, dass die Steuereinnahmen nach einem markanten Rückgang 2008/09 wieder zugelegt und überall die Mehrwertsteuern in den vergangenen vier Jahren einen kräftigen Anstieg verzeichnet hätten.

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