RTL hat ein ein Interview mit dem Solinger Salafisten Christian Emde ausgestrahlt, in dem dieser Anschläge sowie weitere Enthauptungen ankündigt und die Sklaverei verteidigt.

Der deutsche IS-Kämpfer Christian Emde (30, r.) hat in einem Interview im Dezember 2014 in Mossul Deutschland in einem Interview mit dem deutschen Publizisten Jürgen Todenhöfer (l.) mit Anschlägen gedroht, weil es den Islam bekämpfe.  Islamist aus Sol
Der deutsche IS-Kämpfer Christian Emde (30, r.) hat in einem Interview im Dezember 2014 in Mossul Deutschland in einem Interview mit dem deutschen Publizisten Jürgen Todenhöfer (l.) mit Anschlägen gedroht, weil es den Islam bekämpfe.

Der deutsche IS-Kämpfer Christian Emde (30, r.) hat in einem Interview im Dezember 2014 in Mossul Deutschland in einem Interview mit dem deutschen Publizisten Jürgen Todenhöfer (l.) mit Anschlägen gedroht, weil es den Islam bekämpfe.

RTL

Der deutsche IS-Kämpfer Christian Emde (30, r.) hat in einem Interview im Dezember 2014 in Mossul Deutschland in einem Interview mit dem deutschen Publizisten Jürgen Todenhöfer (l.) mit Anschlägen gedroht, weil es den Islam bekämpfe.

Köln. Laut RTL hat noch nie eine deutscher Konvertit so offen wie der Solinger Christian Emde gesprochen „und dabei mit einer so zynischen Gelassenheit die finstere und todbringende Gedankenwelt des islamischen Staates preisgegeben“. Kritiker warfen RTL und dem Interviewer Jürgen Todenhöfer Donnerstag vor, Propaganda für die IS-Terroristen zu machen.

Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete und Burda-Vorstand Todenhöfer (74) war im Dezember unter anderem nach Mossul gereist und hatte dort das Interview mit Emde (30) geführt, der erstmals 2011 in Großbritannien mit Bombenpläne verhaftet worden war und sich inzwischen im irakisch-syrischen Grenzgebiet dem „Islamischen Staat“ angeschlossen hat.

Er habe lange nachgedacht, so Todenhöfer auf seiner Facebook-Seite, ob er das Interview veröffentlichen solle: „Doch man kann Gegner nur besiegen, wenn man sie kennt“. Was Emde vertrete, den Todenhöfer Abu Qatadah nennt, habe „nichts mit dem barmherzigen Islam zu tun, den 99,9 Prozent unserer muslimischen Mitbürger vertreten. Mit ihnen solle man sich verbünden, um das „ideologische Kidnapping ihrer großen Religion“ durch Extremisten zu beenden. Die Anti-Pegida-Bewegung sei ein guter Anfang, so Todenhöfer.

In dem knapp 14-minütigen Interview, für das Emde sich mit einer Waffe im Schulterhalfte und drei maskierten IS-Terroristen vor dem Kulisse der Großen Moschee von Mossul aufgestellt hat, gibt Todenhöfer dem Konvertiten aus Solingen-Aufderhöhe reichlich Raum, Drohungen gegen den Westen auszustoßen und IS-Propaganda zu verbreiten. RTL strahlte das Interview Donnerstag nach Mitternacht aus, der zur RTL-Gruppe gehörende Sender n-tv berichtete Donnerstagnachmittag über das Interview.

Man wolle nicht nur, sondern man werde „Europa erobern, da sind wir sicher“, so Emde. Christen und Juden könnten Kopfsteuer zahlen, aber Schiiten, die keine Reue zeigten, würden getötet: „Der Islam oder das Schwert.“ Und ob es 150 Millionen Schiiten gebe, sei egal.

Auf die Frage nach bevorstehenden Attentaten erklärt Emde, die Koalitions-Länder gegen den IS müssten damit rechnen und vergleicht die Angriffe der Koalition mit Hitlers Überfall auf die Sowjetunion. IS-Anhänger in diesen Ländern sollten deshalb Bomben zünden: „Stecht sie ab mit dem Messer, und wenn ihr das nicht könnt, spuckt ihnen wenigstens ins Gesicht.“

Auf Todenhöfers Frage, ob er Enthauptungen und Sklaverei einen Fortschritt für die Menschheit bedeuteten, erklärt Emde, es gehöre zum Islam, „die Ungläubigen Angst vor uns zu lehren.“ Und eine ungläubige Sklavin in den Händen von Muslimen sei besser als eine Ungläubige, die als Hure frei herum laufe.

Ob er selber nach Deutschland zurückkehren wolle, lässt Emde offen, droht jedoch: „Wir werden zurückkehren, aber nicht mit Freundlichkeiten, sondern mit der Waffe. Und wer den Islam nicht annimmt, den werden wir töten.“ tüc

Leserkommentare (7)


() Registrierte Nutzer