Der Parteirebell und langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Siegfried Kauder ist aus der Partei ausgetreten. Foto: Patrick Seeger/Archiv
Der Parteirebell und langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Siegfried Kauder ist aus der Partei ausgetreten. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Der Parteirebell und langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Siegfried Kauder ist aus der Partei ausgetreten. Foto: Patrick Seeger/Archiv

dpa

Der Parteirebell und langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Siegfried Kauder ist aus der Partei ausgetreten. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Villingen-Schwenningen (dpa) - Das war's für den «kleinen Kauder»: 45 Jahre nach seinem Eintritt in die CDU kehrt Siegfried Kauder seiner Partei den Rücken. Der Bruder des Unionsfraktionschefs hatte sich mit fast allen überworfen.

Der Parteirebell und langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete kam mit seinem Austritt einem Ausschluss zuvor. Kauder sei bereits am Mittwoch ausgetreten, bestätigte dessen Kreisverband der Nachrichtenagentur dpa.

Der jüngere Bruder von Unionsfraktionschef Volker Kauder war 1968 in die CDU eingetreten. Zum Bruch kam es, nachdem sein Kreisverband ihn nach heftigen Querelen nicht für die Bundestagswahl aufgestellt hatte. Kauder trat daraufhin als unabhängiger Kandidat an und scheiterte.

Die Kreis-CDU wollte ihn deswegen aus der Partei ausschließen. Mit seinem Austritt kam der Jurist nun einem Rauswurf zuvor. Dabei hatte er eigentlich erklärt, um seinen Verbleib in der Partei kämpfen zu wollen. Der CDU-Kreischef im Schwarzwald-Baar-Kreis, Andreas Schwab, sagte dazu: «Ich kann über den Rücktritt von Kauder nur spekulieren. Vermutlich hat er gedacht, dass es sich nicht lohnt, mit der CDU zu streiten.» Die Partei sei auf einen Rechtsstreit gut vorbereitet gewesen. «Wir hätten das Verfahren sowieso gewonnen.»

Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl bedauerte den Vorgang, zeigte sich zugleich aber auch erleichtert über Kauders Rückzug. «Siegfried Kauder erspart mit diesem Schritt sich und unserer Partei ein Prozedere, das für alle Beteiligten eine Belastung gewesen wäre.» Bei der Wahl am Sonntag hatte Kauder eine herbe Niederlage erlitten. Der 62-Jährige holte im Wahlkreis Schwarzwald-Baar 3,0 Prozent der Erststimmen. Er muss nun den Bundestag verlassen.

Siegfried Kauder saß seit 2002 im Bundestag und hatte den Vorsitz im Rechtsausschuss inne. Auch sein Bruder Volker hatte den geplanten Rauswurf gutgeheißen: «Das ist der klassische Fall für einen Parteiausschluss, und das muss auch so kommen», hatte der 64-Jährige gesagt. Am Freitag wollte sich der Unions-Fraktionschef nicht zu dem Schritt seines Bruders äußern. Die Kauders waren in der vergangenen Legislaturperiode das einzige Geschwisterpaar im Bundestag.

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