Ein Personenschützer des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (r) wird von einem Schuh getroffen. Foto: Bernd Weißbrod
Ein Personenschützer des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (r) wird von einem Schuh getroffen. Foto: Bernd Weißbrod

Ein Personenschützer des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (r) wird von einem Schuh getroffen. Foto: Bernd Weißbrod

dpa

Ein Personenschützer des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (r) wird von einem Schuh getroffen. Foto: Bernd Weißbrod

Stuttgart (dpa) - Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) mit Schuhen beworfen. Einer davon traf einen Personenschützer am Kopf, verletzt wurde aber niemand.

Die Polizei ermittelt wegen versuchter Körperverletzung. Der Täter sei bisher nicht bekannt, sagte Polizeisprecher Olef Petersen.

Mehrere hundert Gegner des Bahnprojekts S21 hatten auf dem Stuttgarter Schlossplatz vor dem Neujahrsempfang der Landesregierung demonstriert. Kretschmann war auf sie zugegangen und hatte sich mit einigen von ihnen unterhalten. Mehrere Demonstranten skandierten «Nie wieder Grün» und hielten als Zeichen des Protests ihre Schuhe hoch.

In der arabischen Welt werden mit dieser Geste Ärger und Verachtung ausgedrückt. Die Polizei stellte den ausgelatschten bläulichen Sommerschuh sicher, der den Personenschützer getroffen hatte.

2008 hatte der damalige US-Präsident George W. Bush bei einer Pressekonferenz im Irak einem Paar heranfliegender Herrenschuhe ausweichen müssen. Die Aufnahmen der Szene gingen um die Welt.

Kretschmann sagte bei seiner Ansprache im Neuen Schloss, zu der rund 800 Gäste eingeladen waren: «Nicht dort, wo Menschen sich einmischen - auch wenn sie dies mit Trommeln und Trillerpfeifen tun - ist die Demokratie in Gefahr, sondern dort, wo sie sich abwenden von der 'res publica', den öffentlichen Angelegenheiten.» Es sei aber das Wesen der Demokratie, dass man Entscheidungen akzeptieren müsse, ob sie einem gefielen oder nicht.

Nach Angaben der Polizei zogen die Stuttgart-21-Gegner am Mittag zum Schlossgarten, wo bis zu 700 Demonstranten an einer Kundgebung teilnahmen.

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