Es gibt kaum einen symbolträchtigeren Ort in der Bundesrepublik: Eine rechte Gruppierung kapert das Brandenburger Tor in Berlin und enthüllt Transparente. Doch die Aktion trifft auf Gegenreaktionen.

Protest auf dem Brandenburger Tor
Aktivisten der "Identitaeren Bewegung" stehen am Samstag auf dem Brandenburger Tor.

Aktivisten der "Identitaeren Bewegung" stehen am Samstag auf dem Brandenburger Tor.

Paul Zinken

Aktivisten der "Identitaeren Bewegung" stehen am Samstag auf dem Brandenburger Tor.

Berlin.  Aktivisten der rechten «Identitären Bewegung» haben bei einer Protestaktion gegen die Asylpolitik der Bundesregierung kurzzeitig das Brandenburger Tor in Berlin besetzt. Etwa 15 Menschen kletterten am Samstag auf das Wahrzeichen der Hauptstadt. Die vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppierung teilte auf Facebook mit, sie habe den Tag der offenen Tür der Bundesregierung mit dem Schwerpunkt «Migration und Integration» zum Anlass genommen. Die rechte Gruppierung wirft der Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Rechtsbruch in der Flüchtlingspolitik vor.

Nach etwa einer Stunde kamen die Besetzer nach Aufforderung der Polizei herunter. Die «Identitäre Bewegung» tritt gegen eine «Überfremdung» und «Islamisierung» auf. Ihre Aktion sorgte vor dem Brandenburger Tor für spontane Proteste. Auf dem Pariser Platz waren Sprechchöre wie «Nazis raus» gegen das Auftreten der «Identitären» zu hören. Die rechten Aktivisten schwenkten eine Fahne ihrer Gruppierung und entzündeten Augenzeugen zufolge Pyrotechnik. Zudem entrollten sie unterhalb der Quadriga zwei Transparente, ein weiteres zeigten sie ganz oben auf dem symbolträchtigen Bauwerk. Auf einem Transparent stand «Sichere Grenzen - sichere Zukunft».

Alarmierte Polizisten kletterten ebenfalls auf das Brandenburger Tor. Schließlich kamen die Besetzer den Forderungen der Beamten nach und stiegen hinab. Die Polizei stellte die Personalien der Aktivisten fest. Gegen sie wird nun wegen Nötigung, Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Nach ersten Angaben wurde niemand festgenommen. Der Bereich direkt vor dem Brandenburger Tor war Augenzeugen zufolge zeitweise auf beiden Seiten abgesperrt.

Laut Polizei gelangten die «Identitären» über den «Raum der Stille» an der Seite des Tores mit Hilfe einer Leiter nach oben. Ein Wachmann sei zuvor ausgesperrt worden, so ein Polizeisprecher. Der Verfassungsschutz sieht bei der «Identitären Bewegung» Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung. Die Gruppierung hat französische Wurzeln und ist seit 2012 auch in Deutschland aktiv.

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