Kristin Dowe
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Die Situation ist dramatisch: Tausende Pflegekräfte fehlen derzeit in Deutschland, und der Bedarf wird im Zuge des demografischen Wandels weiter wachsen.

Ausbaden müssen den akuten Pflegenotstand jene Menschen, die das System am Laufen halten: Pflegekräfte, die sich bei chronischer Unterbesetzung zwischen Essen anreichen und Bettpfannen wechseln förmlich zerreißen, um auch den zwischenmenschlichen Kontakt mit den Pflegebedürftigen im straffen Zeitplan nicht zu vernachlässigen. Eine Mammutaufgabe, die, gemessen an der Verantwortung der vornehmlich weiblichen Pflegekräfte, noch immer deutlich zu gering bezahlt wird.

Richten sollen es nun ausländische Fachkräfte, die es häufig noch schwer haben, die bürokratischen Auflagen in Deutschland zu erfüllen und etwa in ihrer Heimat erworbene Schul- und Berufsabschlüsse anerkennen zu lassen.

Die Politik hat nun viele Baustellen: Zum einen müssen die Pflegekassen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse einen realistischen Personalschlüssel vorlegen, der eine Betreuungsqualität über den banalen Anspruch „satt und sauber“ hinaus gewährleistet. Zum anderen muss sie in Pflege investieren, damit Fachkräfte angemessen bezahlt werden können.

Möglich, dass Beitragszahler bei den Beiträgen zur Pflegeversicherung dann noch tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Pflege ist eine der größten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit. Sie sollte uns etwas wert sein.

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