Berlin. Norbert Lammert übt seit 2005 eines der wohl schwierigsten Ämter im Bundestag aus: Als Bundestagspräsident wacht der CDU-Politiker unter anderem über die Disziplin im hohen Haus, ruft zum Beispiel Abgeordnete beim Überziehen der Redezeit oder bei verbalen Entgleisungen zur Ordnung und muss dabei stets unparteiisch vorgehen.

Bald soll er bei drastischen Verstößen auch den Geldbeutel von Abgeordneten erleichtern dürfen: Der Geschäftsordnungsausschuss des Bundestages will die Einführung von Ordnungsgeldern auf den Weg bringen. Von 500 bis 1000 Euro ist die Rede. Den Anstoß dazu gaben die vielen Störaktionen der Linksfraktion mit Schildern, Masken und ähnlichem, die Lammert die Arbeit erschwert hatten. Zuletzt hatte die Linke vor wenigen Monaten während einer Debatte mit T-Shirts gegen „Stuttgart 21“ demonstriert.

Es soll im Ermessen Lammerts liegen, wann eine Geldbuße fällig wird. Dass der 62-Jährige dabei Fairness und Augenmaß walten lassen wird, daran zweifelt kaum jemand. Der humorvolle Christdemokrat genießt über Fraktionsgrenzen hinweg großes Ansehen – und die Kontrolle ist ihm noch nie entglitten.

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