Weltrat für Biologische Vielfalt
Tropische Pflanze im Atlantischen Regenwald im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo. Die Artenvielfalt des Mata Atlantica übertrifft mit etwa 250 Säugetierarten, 340 Amphibienarten, 1023 Vogelarten und rund 20.000 Baumarten die Biodiversität der Amazonas-Region. Foto: Ralf Hirschberger/ Symbol

Tropische Pflanze im Atlantischen Regenwald im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo. Die Artenvielfalt des Mata Atlantica übertrifft mit etwa 250 Säugetierarten, 340 Amphibienarten, 1023 Vogelarten und rund 20.000 Baumarten die Biodiversität der Amazonas-Region. Foto: Ralf Hirschberger/ Symbol

dpa

Tropische Pflanze im Atlantischen Regenwald im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo. Die Artenvielfalt des Mata Atlantica übertrifft mit etwa 250 Säugetierarten, 340 Amphibienarten, 1023 Vogelarten und rund 20.000 Baumarten die Biodiversität der Amazonas-Region. Foto: Ralf Hirschberger/ Symbol

Bonn (dpa) - Mit dem neuen Weltrat für biologische Vielfalt soll der anhaltenden Umweltzerstörung Einhalt geboten werden. Der Rat traf am Montag in Bonn zu seiner ersten Plenarsitzung auf UN-Ebene zusammen.

Der Erhalt der natürlichen Umwelt sei «eine der drängendsten und schwierigsten Herausforderungen unserer Zeit», sagte der Direktor des UN-Umweltprogramms (Unep), Achim Steiner, zum Auftakt der Veranstaltung. Die sechstägige Konferenz mit mehr als 600 Teilnehmern will vor allem Organisationsfragen wie die UN-Anbindung klären und auch die Mitglieder für den wissenschaftlichen Ausschuss berufen.

Der im Vorjahr eingesetzte Rat soll den Gefährdungszustand bei Pflanzen- und Tierarten sowie von ökologischen Lebensräumen wie etwa Meeren oder Wäldern erfassen. Zugleich soll er für die Politik Handlungsoptionen und Entscheidungshilfen zum Erhalt formulieren. Damit hat der Weltbiodiversitätsrat (englisch: IPBES) eine ähnliche Aufgabe wie der Weltklimarat bei der Einschätzung der Erderwärmung.

Unep-Direktor Steiner unterstrich zum Auftakt der Konferenz die Bedeutung des IPBES. Es sei notwendig, unabhängige wissenschaftliche Erkenntnisse und Vorschläge bereitzustellen, damit die Politik handeln könne. «Wir brauchen Antworten auf viele Fragen über die komplexe Einwirkung des Menschen und seine Fußabdrücke auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme.»

Bisher gebe es keine Modelle zur komplexen Naturvielfalt und ihrer Gefährdung durch den Menschen, um brauchbare künftige Szenarien darzustellen, sagte Steiner. Es müssten bessere Daten und «politikrelevante Informationen» geliefert werden, um die Wirksamkeit von politischen Maßnahmen zu verbessern.

Die Arbeit des Rats müsse dazu führen, Entscheidungen im globalen Naturschutz zu beschleunigen, sagte Günter Mitlacher von der Umweltorganisation WWF Deutschland. Der IPBES könne die Dringlichkeit zum Schutz von Biovielfalt und Ökosystemen und deren «Wert als Lebensgrundlage» deutlich machen.

Die biologische Vielfalt werde «in rasantem Tempo zerstört», erklärte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. «Bislang werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber in politische Entscheidungen viel zu wenig einbezogen.» Der Weltrat müsse dies ändern und auch Handlungswege aufzeigen.

Die Bildung des Gremiums war im April 2012 in Panama City beschlossen worden. Das IPBES-Sekretariat wird mit Unterstützung durch die Bundesregierung in der deutschen UN-Stadt Bonn eingerichtet.

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