Um Wind- und Solarenergie zu transportieren, werden große Trassen benötigt. Eine führt durch Meerbusch.

energiewende
In Deutschland sollen zur Umsetzung der Energiewende auf einer Länge von 3800 Kilometern oberirdische Stromtrassen entstehen.

In Deutschland sollen zur Umsetzung der Energiewende auf einer Länge von 3800 Kilometern oberirdische Stromtrassen entstehen.

dpa

In Deutschland sollen zur Umsetzung der Energiewende auf einer Länge von 3800 Kilometern oberirdische Stromtrassen entstehen.

Düsseldorf/Berlin. Vier lange Stromautobahnen sollen in den nächsten zehn Jahren quer durch Deutschland gebaut werden. Sie werden benötigt, um das Abschalten der Atomkraftwerke aufzufangen und vor allem Windstrom aus dem Norden nach Süddeutschland zu leiten. Hinzu kommen mehrere kürzere Abschnitte.

Neben 3800 Kilometern an neuen Trassen sollen 4400 Kilometer Leitungen so optimiert werden, dass sie die schwankende Wind- und Solarstromeinspeisung aushalten. Das geht aus dem Netzentwicklungsplan hervor, den die Netzbetreiber gestern vorgestellt haben.

Umspannanlage in Meerbusch spielt eine zentrale Rolle

Eine dieser Stromautobahnen – von Emden nach Philippsburg (Baden-Württemberg) – wird durch das Rheinland führen. Zwar steht die Planung der konkreten Trassenverläufe noch aus – die Karten geben nur Korridore an –, aber einen Fixpunkt in allen Szenarien stellt die Umspannanlage in Meerbusch-Osterath dar. Dort soll die Stromautobahn mit dem übrigen Netz verknüpft werden.

Ein Sprecher des Netzbetreibers Amprion sagte unserer Zeitung, dass die Gleichstrom-Leitung von Osterath Richtung Süden bis 2017 fertiggestellt werden soll. Dabei soll größtenteils auf schon existierende Hochspannungs-Masten zurückgegriffen werden. Die Gesamtkosten der Ausbaupläne werden auf 20 Milliarden Euro geschätzt, was zu einem Anstieg der Strompreise führen könnte.

Die neuen Leitungen sind bisher alle oberirdisch geplant

Bei 2100 der 3800 Kilometer soll erstmals in Deutschland die Gleichstrom-Übertragung angewendet werden. Mit ihr lässt sich Strom wie bei einer Einbahnstraße vom Norden Richtung Süden transportieren – mit deutlich geringeren Verlusten als bei herkömmlichen Leitungen.

Für kürzere Strecken sind diese Leitungen ungeeignet, weshalb auch 1700 Kilometer an neuen, klassischen Wechselstromleitungen geplant sind. Erdkabel, wie von vielen Bürgerinitiativen gewünscht, sind bisher nicht vorgesehen. Zur Gesamtplanung können Bürger bis zum 10. Juli Stellungnahmen abgeben unter netzentwicklungsplan.de.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer