Voller Hörsaal an der Uni Leipzig
Der Start eines funktionierenden Studienzulassungssystems via Internet für möglichst alle Hochschulen ist in weite Ferne gerückt. Foto: Waltraud Grubitzsch/Archiv

Der Start eines funktionierenden Studienzulassungssystems via Internet für möglichst alle Hochschulen ist in weite Ferne gerückt. Foto: Waltraud Grubitzsch/Archiv

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Der Start eines funktionierenden Studienzulassungssystems via Internet für möglichst alle Hochschulen ist in weite Ferne gerückt. Foto: Waltraud Grubitzsch/Archiv

Berlin (dpa) - Der Start eines funktionierenden Studienzulassungssystems via Internet für möglichst alle Hochschulen ist in weite Ferne gerückt. Dies wurde am Mittwoch bei einer Expertenanhörung im Bildungsausschuss des Bundestages deutlich.

Nach wie vor gibt es große technische Probleme und zugleich eine wachsende Skepsis bei vielen Universitäten. Auch die Finanzierung des Dauerbetriebes ist noch nicht in allen Bundesländern geklärt.

Allenfalls 40 von 180 Hochschulen mit örtlichen Numerus-clausus-Studiengängen seien inzwischen technisch in der Lage, zum Wintersemester 2012/2013 einen eingeschränkten Pilotbetrieb zu starten, bestätigte der Computer-Experte Stefan Jähnichen vom Berliner Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur. Auch funktioniere das System bisher nur für Einfachstudiengänge. Ursprünglich war angestrebt, rund 300 Hochschulen anzubinden, die unter anderem auch Lehramtsstudiengänge mit verschiedenen Fachkombinationen anbieten.

Der Start des seit 2009 geplanten aufwendigen Online-Studienzulassungssystems, das Mehrfacheinschreibungen von Bewerbern an verschiedenen Universitäten verhindern soll, war mehrfach verschoben worden. Durch Mehrfacheinschreibungen werden pro Jahr bis zu 20 000 Studienplätze in begehrten NC-Mangelfächern blockiert. Sie können in der Regel auch mit Hilfe von Nachrückverfahren nicht mehr rechtzeitig während des bereits laufenden Semesters besetzt werden. Zugleich erklagen sich immer mehr Bewerber ihren Studienplatz mit Hilfe von Rechtsanwälten.

Jähnichen sagte, die Verwaltungs-Software an vielen deutschen Hochschulen sei zum Teil «30 Jahre jung». Dies habe er wie andere Experten bei der Entwicklung des Anforderungsprofils für das bundesweite System nicht bedacht.

Bei der Anhörung wurden auch erhebliche Zweifel laut, ob ein Pilotbetrieb mit so wenigen Hochschulen überhaupt einen Sinn macht. Eine Blockade freier Studienplätze durch Mehrfacheinschreibungen lasse sich nur verhindern, wenn möglichst alle Hochschulen an dem System angeschlossen sind.

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