Die SPD muss nicht nur ihre Wahlniederlage in NRW verkraften. Sie muss auch die Nachfolge für die zurückgetretene Parteichefin Kraft regeln. Fraktionschef Römer jedenfalls sieht viele junge Leute in der Partei, die „brennen, diese Scharte wieder auszuwetzen“.

Abgang
SPD-Parteichefin Hannelore Kraft hat ihren Rücktritt bekannt gegeben.

SPD-Parteichefin Hannelore Kraft hat ihren Rücktritt bekannt gegeben.

dpa

SPD-Parteichefin Hannelore Kraft hat ihren Rücktritt bekannt gegeben.

Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische SPD will sich nach ihrer schweren Niederlage bei der Landtagswahl bis zum Sommer neu ausrichten. Das kündigte ihr Fraktionschef Norbert Römer am Montag im Sender WDR5 an. Die Partei wolle jetzt nicht nur analysieren, was bei der Wahl falsch gelaufen ist, sondern auch den Blick nach vorne richten, sagte Römer. Er gehe davon aus, dass spätestens bis zum Sommer Klarheit darüber herrschen werde, mit wem an der Spitze die nordrhein-westfälische SPD in die Zukunft gehen werde.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte das Amt als Vorsitzende der Landes-SPD noch am Wahlabend abgegeben. Römer sagte, es gebe viele junge Leute in der Partei, „die darauf brennen, diese Scharte wieder auszuwetzen“.

SPD-Generalsekretär André Stinka rechnet nicht damit, dass bereits in der Landesvorstandssitzung an diesem Montag eine Entscheidung fällt. „Ich warne vor Schnellschüssen. Das ist auch nicht die Art dieses Landesverbands“, sagte Stinka der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. „Es wird in dieser Woche sicher mehrere Sitzungen dazu geben.“

Nach Ansicht des Politologen Stefan Marschall hat die NRW-SPD „keinen Plan B“ für die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin. „Es ist einfach eine Lücke da“, sagte Marschall der Deutschen Presse-Agentur. „Man war auch nicht wirklich darauf vorbereitet, dass das in der Form passieren würde.“ In der Partei sei kein „geheimer Kandidat“ aufgebaut worden. „Man hat nicht die klassische Kronprinzensituation in NRW.“

Das wahrscheinlichste Modell sei eine „Übergangsregelung“ für die NRW-SPD, sagte Marschall. „Ob das derjenige ist, der nach fünf Jahren als Spitzenkandidat vorne steht, ist noch eine offene Frage.“ Dass ein Bundespolitiker aus Berlin die NRW-Parteiführung übernehmen könnte, hält Marschall für kaum vorstellbar. Die SPD müsse sich aus dem Land heraus neu aufstellen.

Als mögliche Anwärter auf die Nachfolge von Kraft werden unter anderem Justizminister Thomas Kutschaty, Arbeitsminister Rainer Schmeltzer, Verkehrsminister Michael Groschek und Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski gehandelt. Groschek sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Das ist noch kein Thema.“ Jetzt stehe die Analyse im Vordergrund. dpa

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer