Thomas de Maizière ist ein enger Vertrauter der Kanzlerin und gilt als Joker für schwierige Aufgaben.

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Der neue Verteidigungsminister de Maizière und Kanzlerin Merkel kennen sich seit 1990.

Der neue Verteidigungsminister de Maizière und Kanzlerin Merkel kennen sich seit 1990.

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Der neue Verteidigungsminister de Maizière und Kanzlerin Merkel kennen sich seit 1990.

Berlin. Finanzen, Justiz, Inneres: Thomas de Maizière hat schon einige Ministerämter auf Landes- und Bundesebene hinter sich. Nun übernimmt der CDU-Politiker und bisherige Bundesinnenminister das Verteidigungsressort. Für den Allrounder dürfte das eine besondere Herausforderung sein. Ablehnen kam für ihn nicht infrage: de Maizière ist mit Leib und Seele Preuße und Beamter, der um die Schwere und Größe von Aufgaben weiß.

Der 57-Jährige gilt als enger Vertrauter von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Das erste Mal begegneten sie sich 1990, als Merkel noch Pressesprecherin des Demokratischen Aufbruchs war und de Maizière CDU-Sprecher in West-Berlin.

Im Kanzleramt koordinierte de Maizière die Arbeit der Koalition

In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern durchlief de Maizière einige Ministerämter. 2005 machte Merkel den gebürtigen Bonner und Vater dreier Kinder zum Chef des Kanzleramtes. Dort spielte sich eine Arbeitsteilung ein: Merkel hielt die Große Koalition zusammen. Ihre Vorbereitung auf Themen und die Koordinierung waren vor allem Sache von de Maizière. In der schwarz-gelben Koalition übernahm er dann das Innenressort.

Mit seiner Verwaltungserfahrung war und ist der promovierte Jurist für Merkel ein Joker. Es ist geradezu prädestiniert, das größte Reformprojekt der Regierung zu retten – den Umbau der Bundeswehr. Von der Reform steht bisher nur das Gerüst, für die Umsetzung der von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) entworfenen Pläne ist nun de Maizière zuständig.

Der fachliche Hintergrund dafür wurde dem 57-Jährigen quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater Ulrich de Maizière war am Aufbau der Bundeswehr beteiligt und von 1966 bis 1972 Generalinspekteur. Er hat das Konzept der „Inneren Führung“ und das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ mitentwickelt.

Dem neuen Minister bleibt kaum Zeit zur Einarbeitung

Im vergangenen Jahr zählte er in der Union zu denjenigen, die die Wehrpflicht gegen die Aussetzungspläne Guttenbergs verteidigten. Auf dem entscheidenden CDU-Parteitag warb er mit Hinweis auf die veränderte Sicherheitslage für ein Aussetzen der Wehrpflicht.

Zeit, um sich in Ruhe einzuarbeiten, wird de Maizière nicht haben. Schon kurz nach seinem Amtsantritt wird er den zweiten Teil der Bundeswehrreform, den Umbau des Ministeriums und der Führungsstrukturen, vorstellen müssen.

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