Lehrer fürchten um die Zukunft ihrer Schulform. Die Politik denke nicht an die Kinder, kritisieren sie.

Schule in Nordrhein-Westfalen
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Julian Stratenschulte

Düsseldorf. Die Ankündigung der NRW-CDU, vom dreigliedrigen Schulsystem abzurücken und auf Distanz zur Hauptschule zu gehen, treibt die Betroffenen auf die Barrikaden. „Jetzt hat uns auch die CDU die Brocken hingeworfen“, kritisiert Klaus-Peter Vogel, Schulleiter in Düsseldorf. Und sein Kollege Uwe Engelbrecht aus Krefeld ergänzt: „Ich befürchte, wir können machen, was wir wollen, wir sind verbrannt.“

Im Februar läuft die neue Anmelderunde

SPD und Grüne fordern seit langem die Gemeinschaftsschule, die oppositionelle FDP will das Zwei-Säulen-Modell aus Mittelschule und Gymnasium. Angesichts weiterhin sinkender Schülerzahlen zeigt sich auch der Landesvorstand der CDU erstmals für Korrekturen am Schulsystem offen.

In einem Leitantrag für ihren Bildungsparteitag im März sprechen sich die CDU-Spitze und der Landes-Parteichef Norbert Röttgen dafür aus, die Gründung sogenannter Verbundschulen aus Haupt- und Realschulen zu erleichtern. Die Hauptschule solle aber nicht abgeschafft werden, versicherte Röttgen.

Für die Hauptschulen kommt die Ankündigung der Oppositionspartei dennoch zum ungünstigen Zeitpunkt. Im Februar läuft die Anmelderunde für das kommende Schuljahr. „Wer will den Eltern jetzt noch erklären, dass sie ihr Kind an einer Hauptschule anmelden sollen?“, fragt Schulleiter Vogel. Die CDU habe großen Schaden angerichtet.

Kritik üben die Schulleiter auch daran, dass kein Wort über die Kinder verloren werde. „Es wird immer nur von der Hauptschule geredet. Dabei geht es doch um die Schüler“, sagt Vogel. Die Politik lasse Konzepte vermissen, wie diese Schüler in anderen Schulformen aufgefangen werden sollten.

Alleingelassen fühlt man sich auch von den Gewerkschaften. „Wir werden von unserem eigenen Verband VBE nicht gut vertreten“, sagt Dirk Rasel, Sprecher der Wuppertaler Hauptschulen. Der Verband zeigte sich in einer Mitteilung erfreut, dass sich die CDU bewege „und allmählich ihren Frieden mit der Gesamtschule zu machen scheint“.

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