Der Ex-Verteidigungsminister will mit seiner Familie mehrere Jahre ins Ausland gehen. Sind die USA das Ziel?

Daniel Karmann

Berlin. Den vor drei Monaten zurückgetretenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zieht es offenbar ins Ausland. Der „Spiegel“ meldete am Freitag unter Berufung auf Vertraute des CSU-Politikers, der 39-Jährige werde mit seiner Frau Stephanie und seinen beiden Töchtern für mindestens zwei Jahre in die USA oder nach Großbritannien ziehen. Für die Zeit danach habe er eine Rückkehr in die Politik nicht ausgeschlossen.

Eine „Zeit der Reue, wahrscheinlich auch der Buße“

Guttenberg war am 1. März wegen der Affäre um nicht gekennzeichnete Zitate in seiner Doktorarbeit zurückgetreten. Bei seiner Verabschiedung hatte er gesagt, ihm stehe eine „Zeit der Reue, wahrscheinlich auch der Buße“ bevor.

Über einen Aufenthalt im Ausland gab es schon damals Spekulationen. Offenbar hat Guttenberg in Unterredungen und E-Mails von einem „politischen Sabbatjahr“ gesprochen. Bisher habe sich die Familie noch nicht entschieden, wo der neue Wohnsitz sein soll.

Es würden „eine Reihe von interessanten Optionen auf dem Tisch liegen, die wir uns anschauen“, sagte Stephanie zu Guttenberg. „Eine konkrete Entscheidung über die nächsten Schritte haben wir noch nicht getroffen.“ Für einen Umzug nach Amerika sprechen die Kontakte, die der CSU-Politiker dort geknüpft hat. Sicher scheint zu sein, dass der Ortswechsel zu Beginn des nächsten Schuljahres erfolgt.

In Deutschland läuft gegen die einstige Politikhoffnung der CSU noch immer ein Ermittlungsverfahren wegen nicht gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung.

Ganz ohne eine öffentliche Stellungnahme will Guttenberg dem Bericht zufolge aber nicht „Tschüss“ sagen. Demnach berichten Vertraute, dass er sich in einem Interview noch einmal zur Affäre um seine Doktorarbeit äußern möchte.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer