Offiziell ist die Amtsübergabe am 18. März - dann ziehen auch einige Spitzenbeamte in Berlin um.

Wahl des Bundespräsidenten
Frank-Walter Steinmeier (r) nimmt nach seiner Wahl zum künftigen Bundespräsidenten den Glückwunsch von Amtsinhaber Joachim Gauck entgegen.

Frank-Walter Steinmeier (r) nimmt nach seiner Wahl zum künftigen Bundespräsidenten den Glückwunsch von Amtsinhaber Joachim Gauck entgegen.

Rainer Jensen

Frank-Walter Steinmeier (r) nimmt nach seiner Wahl zum künftigen Bundespräsidenten den Glückwunsch von Amtsinhaber Joachim Gauck entgegen.

Berlin. Joachim Gauck will sich nach der Amtsübergabe am 18. März erst einmal eine Auszeit gönnen, dann aber erklärterweise weiter mitmischen. Natürlich nicht in der Alltagspolitik, wohl aber in übergeordneten Fragen. Und er bleibt nah am Geschehen. Die Büroräume, die ihm als Bundespräsident a.D. zustehen, sind schon ausgesucht.

Sie befinden sich in einer Liegenschaft des Bundestages in der Berliner Dorotheenstraße, einen Steinwurf von den Hauptstadtstudios der Sender, dem Bundespresseamt und dem Reichstag entfernt. Neben Gaucks Zimmer gibt es dort noch einen Aufenthaltsraum für Fahrer und Sicherheit, einen Akten- und Kopierraum sowie vier Büros für Sekretärinnen und Referenten. Die meisten von ihnen nimmt er aus dem Präsidialamt mit, darunter seinen langjährigen persönlichen Referenten Johannes Sturm.

Alt-Bundespräsidenten müssen unter Umständen viel und weit reisen; sie können, wie vor zwei Jahren Christian Wulff bei der Trauerfeier für den saudischen König, nach Absprache mit ihren Nachfolgern und der Bundesregierung mitunter sogar noch offiziell als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland unterwegs sein.

Allen Altbundespräsidenten steht nicht nur ein Büro zu, über dessen Ausstattung der Haushaltsausschuss des Bundestages entscheidet, sondern nach dem Gesetz auch lebenslang der sogenannte "Ehrensold" in Höhe der bisherigen Amtsvergütung. Derzeit sind das 214.000 Euro brutto im Jahr.

Mit Gaucks Amtszeit endet auch die seines Präsidialamtsleiters und Staatssekretärs David Gill. Der Neue steht schon fest: Es wird der jetzige Staatssekretär im Auswärtigen Amt und langjährige Steinmeier-Vertraute Stephan Steinlein. Der 55jährige arbeitet bereits seit 1999 für den neuen Bundespräsidenten, zunächst als Pressereferent im Kanzleramt, dann als Büroleiter, und folgte ihm auf allen weiteren Stationen. Steinlein wuchs in der DDR auf, engagierte sich dort während der Wende in der Oppositionsbewegung und war 1990 mit nur 29 Jahren für kurze Zeit der letzte Botschafter der DDR in Paris.

Auch sonst bringt Frank-Walter Steinmeier viel Personal aus dem Auswärtigen Amt mit. Dörte Dinger, bisher im Kabinettsreferat des AA, soll sein Präsidialbüro leiten, und Wolfgang Silbermann, sein bisheriger Redenschreiber, ebenfalls wechseln. Der renommierte Leiter der Auslandskulturabteilung, Andreas Görgen, soll als Leiter der Abteilung Inland in die Präsidialverwaltung kommen und der bisherige Leiter des AA-Planungsstabes, Thomas Bagger, Chef der wichtigen Auslandsabteilung werden. Bagger war schon enger Mitarbeiter von Guido Westerwelle (FDP), als der Außenminister war, hat sich aber schnell das Vertrauen Steinmeiers erworben.

Völlig unklar ist noch, wer neuer Sprecher im Präsidialamt wird. Die bei der Hauptstadtpresse sehr anerkannte Amtsinhaberin Ferdos Forudastan, eine 56jährige Deutsch-Iranerin, scheidet vertragsgemäß ebenfalls am 18. März aus.

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