Tönisvorst/Krefeld. Nach der Enttarnung eines Islamisten in den Reihen des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) sind weitere Details bekannt. Dem 51-jährigen Konvertiten wird vorgeworfen, sich im Internet gegenüber einem Chatpartner als Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz offenbart und unter anderem Details zu Einsätzen mitgeteilt zu haben.

51-Jähriger ist Familienvater und gilt als nett und freundlich

Laut Informationen unserer Zeitung ist der 51-jährige Mann, der als „IS-Maulwurf“ beim Bundesamt für Verfassungsschutz gearbeitet hat, aus dem Kreis Viersen. Der Mann soll jahrelang in leitender Position bei einer Bank in Krefeld tätig gewesen sein. Das Kreditinstitut hat er im Januar dieses Jahres verlassen. Er ist Vater von vier Kindern. Eines davon ist behindert. Das Schicksal dieses Kindes macht der Mann mehrfach öffentlich, wohl auch, um Geld für eine Tier-Therapie zu sammeln.

Er gilt als netter, freundlicher Mann. Von seiner Konvertierung zum Islam und einer möglichen Radikalisierung soll niemand etwas mitbekommen haben. Er soll ein regelrechtes Doppelleben geführt haben.

Salafist Abu Walaa könnte bei Radikalisierung eine Rolle gespielt haben

Bei seiner Radikalisierung könnte der Salafist Abu Walaa (32) eine Rolle gespielt haben, der einen Wohnsitz in St. Tönis hatte. Bei Abu Walaa hatte die Polizei am 8. November eine Razzia durchgeführt. Ab diesem Zeitpunkt soll der Mann mit seinen wirren Postings begonnen haben, die letztendlich zu seiner Enttarnung beitrugen.

Auf seinem Facebook-Account tritt er mit seinem ursprünglichen spanischen Namen auf, den er nach der Heirat seiner Frau abgelegt hatte und verbreitet dort Fotos von Körper-Tätowierungen.

Der Mann war seit dem vergangenen April als Quereinsteiger beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) beschäftigt und dort mit der Beobachtung der gewaltbereiten salafistischen Szene betraut.  Gegen den 51-Jährigen wird nun wegen Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, der versuchten Verletzung von Dienstgeheimnissen und des Bereiterklärens zur Begehung eines Verbrechens ermittelt.

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