Berlin (dpa) - Der Aachener Technikwissenschaftler Wolfgang Marquardt ist neuer Vorsitzender des Wissenschaftsrates. Das Beratungsgremium von Bund und Länder in Fragen der Hochschul- und Forschungspolitik wählte den Ingenieur zum Nachfolger des Germanisten Peter Strohschneider (München).

Der 54-jährige Marquardt hat einen Lehrstuhl für Prozesstechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen.

Strohschneider hatte den Wissenschaftsrat fünf Jahre lang geführt. Er mahnte Länder und Bund wie auch die Hochschulen zu einem größeren Engagement in der Lehre. Es sei unverkennbar, «dass im Haus der Bildungsrepublik der Gebäudeflügel "Forschung" sich in einem finanziell, rechtlich und politisch gepflegteren Zustand befindet als derjenige, in dem die akademische Bildung untergebracht ist», sagte Strohschneider. Dies müsse sich ändern, «wenn wir nicht neben den finanziellen und ökologischen auch jene wissenschaftlichen, intellektuellen, kulturellen Ressourcen zu einem übergroßen Teil schon heute verbrauchen wollen, von denen wir morgen werden leben müssen».

Nachfolger Marquardt ist erst seit dem vergangenen Jahr Mitglied des Wissenschaftsrats, arbeitet aber bereits seit langem in verschiedenen Wissenschaftsorganisationen mit. So wirkt er seit 2004 in den Gremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit, die ihm 2001 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis verlieh. Außerdem gehört der Ingenieur der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (seit 2002) und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften (seit 1998) an.

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