Höchste Alarmstufe nach Terror in Paris - Fahndung nach Unterstützern

Paris (dpa) - Frankreich sucht mögliche Unterstützer der Terroristen, die das Land tagelang in Angst und Schrecken versetzten. Intensiv gefahndet wurde nach der weiter flüchtigen Lebensgefährtin eines der getöteten Terroristen. Auch nach dem Tod der drei Männer gilt die höchste Alarmstufe. Abwehrmaßnahmen und Warnungen gegen Anschläge blieben unverändert, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve. Staatspräsident François Hollande rief erneut Minister und Sicherheitsdienste zu einer Krisensitzung zusammen. Gegen die Welle der terroristischen Gewalt gingen in zahlreichen Städten Zehntausende auf die Straße.

Welle internationaler Solidarität bei Schweigemarsch in Paris

Paris (dpa) - Getragen von einer Welle internationaler Solidarität gedenkt Frankreich am Sonntag mit einem «republikanischen Marsch» der Opfer der islamistischen Anschläge von Paris. Zu der Veranstaltung werden in Paris Tausende Menschen erwartet. Präsident François Hollande kann zudem mit mehreren Dutzend führenden Politikern aus dem Ausland an seiner Seite rechnen. In Toulouse, Nizza oder Pau gingen bereits am Samstag mehr als 100 000 Menschen auf die Straße. Zu der Solidaritätsveranstaltung werden aus Deutschland unter anderem Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel erwartet.

Nach Pariser Anschlägen Diskussion um Sicherheit in Deutschland

Berlin/Hamburg (dpa) - Schärfere Gesetze oder einfach mehr Geld für die innere Sicherheit? Die Anschläge in Frankreich haben in Deutschland bekannte Debatten wieder angeheizt. So sprach sich Innenminister de Maizière im «Spiegel» ebenso wie andere Unions-Politiker für die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung aus. Bundesjustizminister Maas ist dagegen, ebenso wie Grüne und Linke. Kanzlerin Merkel mahnte eine bessere internationale Zusammenarbeit der Geheimdienste an. Nach Merkels Darstellung funktioniert das Sicherheitssystem in Deutschland. Sie räumte aber ein, dass die Ausstattung der Dienste verbessert werden müsse.

35 000 Menschen zeigen Flagge für weltoffenes Dresden

Dresden (dpa) - Rund 35 000 Menschen haben in Dresden für Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit demonstriert - und damit ein Signal gesetzt gegen die islamkritischen Pegida-Kundgebungen in der Stadt. Bei der Kundgebung vor der symbolträchtigen Frauenkirche sagte Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz: «Wir lassen uns durch Hass nicht spalten». Sie hatte zusammen mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zu der Aktion aufgerufen. Die Anti-Islam-Bewegung Pegida hatte in Dresden zuletzt 18 000 Anhänger auf die Straße gebracht.

Zehnjährige soll Selbstmordanschlag verübt haben: 20 Tote in Nigeria

Kano (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt im Nordosten Nigerias sind nach offiziellen Angaben mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Örtliche Medien berichten, das Attentat in der Stadt Maiduguri sei von einem zehnjährigen Mädchen ausgeführt worden. Eine Bestätigung von offizieller Seite gab es dafür zunächst nicht. Ein Polizeisprecher sagte, bei dem Anschlag seien 18 weitere Menschen teils schwer verletzt worden. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Der Ablauf des Anschlags trug aber deutlich die Handschrift der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram.

Nordkorea deutet Bereitschaft zu Atomtest-Moratorium an

Seoul (dpa) - Im Streit um sein Atomprogramm hat Nordkorea einen vorläufigen Verzicht auf neue Kernwaffentests angeboten, falls die USA ihre Militärmanöver mit Südkorea in diesem Jahr aussetzen. Dieser Vorschlag sei den USA am Freitag über zuständige Kanäle übermittelt worden, berichten nordkoreanischen Staatsmedien. Sie sprachen von einem «wichtigen Schritt». Nordkorea sei bereit, mit den USA über die Angelegenheit zu reden. Für Spannungen zwischen beiden Ländern hatte zuletzt ein Hackerangriff auf das Filmstudio Sony Pictures gesorgt.

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