Dorothee Bär setzt sich ehrgeizige Ziele. Sie ist die einzige CSU-Frau im neuen Kabinett.

Dorothee Bär
Sie versteht sich nicht als „Quotenfrau“: Dorothee Bär (CSU) wird Staatsministerin für Digitalisierung.

Sie versteht sich nicht als „Quotenfrau“: Dorothee Bär (CSU) wird Staatsministerin für Digitalisierung.

Karlheinz Schindler/dpa

Sie versteht sich nicht als „Quotenfrau“: Dorothee Bär (CSU) wird Staatsministerin für Digitalisierung.

Berlin/München. Dorothee Bär wird Staatsministerin für Digitalisierung. Ein Posten, der in der Bundesregierung neu geschaffen wird. Die 39-Jährige, bislang Staatssekretärin im Verkehrsministerium, ist damit die einzige CSU-Frau, die am Kabinettstisch Platz nehmen darf. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert sie ihre Ziele.

Frau Bär, in ihrer Nominierung als Staatsministerin sieht mancher den Versuch der CSU, zumindest eine Frau noch an den Kabinettstisch zu bringen. Stimmt das?

Dorothee Bär: Ach, ich kann es langsam nicht mehr hören. Und jede Frau, die irgendwo was wird und was zu sagen hat, wird dann auch noch als Quotenfrau tituliert. Aber wenn es der Sache dient, kann man fast alles zu mir sagen…

Wann kommen die Flugtaxis, von denen Sie nach ihrer Ernennung gesprochen haben?

Bär: Ich glaube, die kommen schneller, als wir denken. Derzeit findet dazu international ein Wettlauf zwischen verschiedenen Startups statt und ich hoffe, dass die deutschen die Nase vorn behalten.

Staatssekretärin Dorothee Bär wurde 1978 in Bamberg geboren und wuchs in der Nähe von Haßbergen auf. Mit 14 Jahren trat sie in die Junge Union ein. Von 2009 bis 2013 war Dorothee Bär (39) stellvertretende Generalsekretärin der CSU und für die CDU/CSUBundestagsfraktion Sprecherin für den Bereich Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seit 2013 war sie Staatssekretärin beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Das heißt?

Bär: Ich finde es bei der Digitalisierung immer extrem schwierig, mit Jahreszahlen zu jonglieren. Schließlich hängt vieles nicht nur von der Erforschung und der Tauglichkeit ab. Sondern auch daran, Testfelder zu ermöglichen und Nutzer zu finden – und das im eigenen Land. Also seien wir gespannt.

Nun ist die Digitalisierung in vielen Ministerien angesiedelt. Stehen Sie als Staatsministerin künftig nur im Schaufenster?

Bär: Nein, da bin ich ganz zuversichtlich. Die konkreten Zuständigkeiten in meinem Bereich werden auch erst nach der Ernennung nächste Woche festgelegt. Ich habe einen Posten, den es noch nie gab in der Bundesregierung. Und ich bin mir sicher, dass da viele Kompetenzen bei mir landen werden. Daran haben alle ein großes Interesse, weil die neue Regierung die Digitalisierung unseres Landes als ein zentrales Projekt versteht.

Was sind ihre konkreten Ziele?

Bär: Deutschland soll Digitalland Nummer eins werden. Das hört sich hochtrabend an, und alle Kulturpessimisten rufen bereits unrealistisch, unrealistisch. Da kann ich aber keine Rücksicht drauf nehmen. Ich habe mich viele Jahre belächeln lassen müssen, mach mal was Seriöses, kümmere dich um Familienpolitik und nicht um das Digitalisierungs-Zeug. Jetzt wird es endlich mal eine Staatsministerin in diesem Bereich geben, jetzt passt es manchem auch nicht. Ich werde einfach meine Arbeit machen und dann werden wir sehen.

Aber haben die Menschen nicht eher andere Sorgen als hochtrabende Pläne – Stichwort Breitbandausbau, flächendeckendes Internet?

Bär: Dafür haben wir ein Infrastrukturministerium, das wird Andreas Scheuer machen. Und wir haben ja auch schon viel getan in den letzten Jahren. Klar ist doch: Es wird nie reichen. Weil es immer neue Anwendungen gibt, die immer neue Anforderungen haben.

Brauchen wir mehr oder weniger Datenschutz?

Bär: Ich finde schon das Wort Daten-“schutz“ falsch. Wir brauchen smarte Daten und mehr Souveränität im Umgang mit ihnen. Wir müssen auch über ein neues Datengesetz nachdenken. Denn klar ist doch: Die Predigten der letzten Jahre zur Datensparsamkeit haben nicht verfangen.

Wie digital sind denn ihre künftigen Kabinettskollegen?

Bär: Unterschiedlich. Und weil das in der Bundesregierung, aber auch im Bundestag und in den Unternehmen so ist, sehe ich es als meine Aufgabe an, dass es bald keine unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei der Digitalisierung mehr gibt.

 

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