Die Verbraucher sind verunsichert. Jetzt boomt die Bio-Branche.

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Die Verbraucher essen wegen des Dioxin-Skandals nur noch selten Schweinefleisch - die Preise purzeln daher.

Die Verbraucher essen wegen des Dioxin-Skandals nur noch selten Schweinefleisch - die Preise purzeln daher.

dpa

Die Verbraucher essen wegen des Dioxin-Skandals nur noch selten Schweinefleisch - die Preise purzeln daher.

Berlin. „Die Sonne scheint wieder“, sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner vor einigen Wochen. Dann kam der Dioxin-Skandal. Ausgerechnet kurz vor der Grünen Woche, auf der sich die Landwirtschaft und die Ernährungsbranche nach der Krise gern als Wachstumsmarkt präsentieren würden. Der Aufschwung bei den Bauern wird sich nicht in dem Maß erfüllen wie erhofft.

Bei Schweinefleisch und Geflügel beträgt das Minus zehn Prozent

Die Verbraucher sind verunsichert. So ging der Umsatz mit Eiern seit dem Bekanntwerden des Skandals um 20 Prozent zurück. Bei Schweinefleisch und Geflügel beträgt das Minus je zehn Prozent. Die Bio-Branche boomt dagegen. Der Bundesverband Naturkost Naturwaren berichtet, der Verkauf von Bio-Eiern sei um die Hälfte gestiegen, der von Geflügelfleisch um rund 30 Prozent.

Die Bauern gehen davon aus, dass sich der Dioxin-Skandal auf die Konjunktur auswirken wird. Hinzu kommt, dass China und Südkorea ihren Markt für deutsches Schweinefleisch dicht gemacht haben. Dabei erlösen die deutschen Bauern jeden fünften Euro im Export.

STAATLICHES BIOSIEGEL Damit versehene Lebensmittel dürfen nicht gentechnisch verändert sein, mindestens 95 Prozent der Zutaten müssen aus Ökolandbau stammen. Antibiotika oder andere künstliche Stoffe im Tierfutter sind verboten.

EU-BIOBLATT Das Kennzeichen gilt für alle verpackten Ökoprodukte aus EU-Staaten. Die Standards sind grundsätzlich die gleichen wie beim deutschen Biosiegel. Das Logo ersetzt das bisherige EU-Siegel mit einer Ähre im Sternenkranz auf blauem Grund, das in Deutschland nur wenig genutzt wurde.

BIOLAND Der gleichnamige Anbauverband setzt sich für organisch-biologisches Wirtschaften ein. Das Siegel erhalten nur Produkte von Betrieben mit vollständig biologischer Bewirtschaftung. Zudem sind die Vorschriften für Düngung, Tierhaltung und -aufzucht strenger. Die Produktinhaltsstoffe müssen komplett aus ökologischer Herkunft sein.

DEMETER Wer seine Produkte mit dem Schriftzug kennzeichnen will, muss biologisch-dynamisch wirtschaften: Der Bauernhof muss der Biowirtschaft dienen, Tierhaltung ist Pflicht. Tierfutter muss zu 100 Prozent biologisch sein und zur Hälfte vom eigenen Hof stammen.

NATURLAND Die Naturland-Mitglieder legen neben den strengen Richtlinien für Tierhaltung, Düngung und Pflanzenanbau auch großen Wert auf die Einhaltung von Sozialstandards.

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