Nach der Niedersachsen-Wahl setzen CDU/CSU vor allem auf die Kanzlerin. Der kleine Partner soll für sich selbst kämpfen.

Chefin und Vize, Partner und Konkurrenten: Angela Merkel (CDU) und Philipp Rösler (FDP).
Chefin und Vize, Partner und Konkurrenten: Angela Merkel (CDU) und Philipp Rösler (FDP).

Chefin und Vize, Partner und Konkurrenten: Angela Merkel (CDU) und Philipp Rösler (FDP).

dpa

Chefin und Vize, Partner und Konkurrenten: Angela Merkel (CDU) und Philipp Rösler (FDP).

Düsseldorf. Sie schauen aufeinander, ihr Schicksal ist miteinander verknüpft, sie müssen um ihre Machtoptionen zittern: Die politische Ehe zwischen den Christdemokraten und den Freidemokraten ist im Wahljahr 2013 in eine entscheidende Phase getreten.

Mal wieder sagen alte Hasen wie etwa Wolfgang Kubicki, der liberale Dauerbrenner aus dem Norden: „Es wird am Ende reichen.“ Jetzt wird es ernst, sagen CDU-Leute nach der Niedersachsen-Wahl. „Wir müssen uns von der FDP lösen“, lautet die Botschaft von CDU-Bundesvize Thomas Strobl.

Die Leihstimmen aus Niedersachsen belasten die Partnerschaft

Der Schock von Hannover sitzt der CDU-Parteiführung immer noch in den Knochen. Die FDP fuhr dort mit 9,9 Prozent ein historisch gutes Ergebnis ein, die CDU jedoch verlor die Macht. Der scheidende Ministerpräsident David McAllister hadert heute mit seiner freilich verklausulierten Empfehlung, die FDP zu wählen, um die bürgerliche Mehrheit zu sichern.

Bis zu 100 000 Leihstimmen habe es von der Union in Niedersachsen gegeben, so lauteten die ersten Analysen nach der Schlappe. Aus einer Zwei-Prozent-Partei in den Umfragen wurde auf einmal ein Wahlsieger. Die Liberalen feierten ihre politische Auferstehung, die CDU ertränkte ihren Frust – hier sind in der Partnerschaft noch viele Rechnungen offen.

De Maiziére verlangt einen klaren Kanzlerinnen-Wahlkampf

Wieder eine Niederlage für die Union, wieder ein Verlust der Macht. Lediglich in Hessen, in Bayern und im Saarland regieren die Christdemokraten noch in Westdeutschland – selbst das konservative Stammland Baden-Württemberg, der Heimat Strobls, ist verloren. Thomas de Maizière (CDU), als Verteidigungsminister eine starke Figur im Kabinett, verlangt einen klaren Wahlkampf ohne Leihgeschäfte: „Wer möchte, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt, muss CDU wählen.“

Was er nicht sagt, aber meint: Es ist eigentlich egal, wer der Union die Mehrheit verschafft. Damit sind die Spekulationen über ein schwarz-grünes Bündnis nach der Wahl erstmals von einem Kabinettsmitglied freigegeben. Nach allen Umfragen hätten CDU/CSU und Grüne stabil eine eigene Mehrheit im Bundestag. Der ehemalige Generalsekretär Heiner Geißer hat schon einmal ausgerechnet: „Die CDU könnte in fünf weiteren Bundesländern regieren, wenn sie sich für andere Koalitionen geöffnet hätte, zum Beispiel für die Grünen.“

Die Mehrheit der Wähler hat ohnehin eine ganz andere Lösung im Sinn: In allen Umfragen rangiert die große Koalition derzeit ganz vorne bei den Wunschformationen für die nächste Bundesregierung – unter Führung von CDU/CSU.

Auch die NRW-CDU sieht keinen Spielraum für die Liberalen

Angesichts der Umfragen und der unsicheren Aussichten steigt die Nervosität bei den CDU-Landesverbänden. Schließlich gibt es viele Bundestagsabgeordnete, die um ihre Wiederwahl fürchten. „Wer Angela Merkel will, der muss Angela Merkel wählen. Da ist die FDP ein Mitbewerber“, sagte Armin Laschet, Chef der NRW-CDU.

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