Die Zahl der Blüten ist auf den höchsten Wert seit 2011 gestiegen. Auch der neue Fünfer ist nicht fälschungssicher.

Banknoten

Roland Holschneider

Frankfurt. Die Europäische Zentralbank hat eingeräumt, dass die Zahl der gefälschten Banknoten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wieder deutlich gestiegen ist.

Demnach wurden in Europa etwa 317 000 Euroblüten entdeckt. Das ist eine Steigerung von fast 27 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 und insgesamt der höchste Wert seit zwei Jahren.

Der vor elf Jahren als fälschungssicher eingeführte Euro entwickelt sich demnach zunehmend zu einem Lieblingsobjekt der kriminellen Szene. Sie richtete mit ihren Fälschungen von Januar bis Juni dieses Jahres einen Schaden von insgesamt 16 Millionen Euro an.

Deutschland kam dabei mit 1,1 Millionen Euro zwar noch glimpflich davon. Da aber die weit überwiegende Zahl der Blüten in den Ländern auftaucht, in denen der Euro Zahlungsmittel ist, steigt auch für Deutsche etwa in den Niederlanden, Österreich oder Frankreich die Gefahr, eine Blüte untergejubelt zu bekommen.

Dabei schützen offenbar auch neueste Sicherheitstechniken die Bürger nicht. Denn selbst der neue Fünf-Euro-Schein kurz nach seiner Ausgabe im Mai schon als Blüte aufgetaucht.

Die Blüten liegen dem Handel schwer im Magen

„Jede Fälschung ist zu viel“, sagt der Bargeld-Experte der Bundesbank, Helmut Rittgen. Bei 15,1 Milliarden echten Euroscheinen im Umlauf sei die Zahl der Fälschungen zwar relativ gering. Aber die Blüten liegen dem Handel schwer im Magen.

Denn der bleibt auf dem Schaden sitzen, wenn sich Falschgeld in Form von Scheinen oder Münzen in seine Kassen verirrt. Für Falschgeld gibt es, anders als für beschädigte Noten, bei der Bank keinen Ersatz. Red

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