Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Daten über den Alltag der EU-Bürger. Eine kleine Übersicht.

Deutsche und EU-Fahne
Wo steht Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Staaten etwa bei Löhnen und Gehältern? Das statistische Bundesamt gibt Antworten.

Wo steht Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Staaten etwa bei Löhnen und Gehältern? Das statistische Bundesamt gibt Antworten.

Uli Deck

Wo steht Deutschland im Vergleich mit anderen EU-Staaten etwa bei Löhnen und Gehältern? Das statistische Bundesamt gibt Antworten.

Berlin. Die öffentliche Wahrnehmung der Europäischen Union ist häufig von Krisen, Schulden oder Flüchtlingsströmen geprägt. Doch wie steht es um das alltägliche Leben ihrer Bürger? Und wie eng ist Deutschland mit Europa verflochten? Das Statistische Bundesamt hat dazu am Freitag interessante Daten veröffentlicht. Nachfolgend ein Überblick:

Wohin zieht es deutsche Studenten?

Unter den 95 000 deutschen Studenten, die nach den aktuell verfügbaren Daten im Jahr 2014 einen Studienplatz im EU-Ausland hatten, war Österreich die erste Wahl. Knapp 27.000 Deutsche waren dort an Hochschulen eingeschrieben. Beliebt waren auch die Niederlande (22 000) sowie Großbritannien (17 000). Im Gegenzug gab es zum Beginn des Wintersemesters 2014/2015 knapp 70.000 Studierende aus dem EU-Ausland an deutschen Hochschulen – die größte Gruppe übrigens ebenfalls aus Österreich, gefolgt von Franzosen und Italienern.

Wie gut verdient man im EU-Vergleich?

In sieben der 28 EU-Staaten war der Bruttomonatsverdienst im Jahr 2014 höher als in Deutschland. Allen voran in Luxemburg, Dänemark und Irland, wo sich die Durchschnittgehälter zwischen 4206 und 3778 Euro pro Monat bewegen. Deutschland lag nur bei 3045  Euro. Schlusslicht war Bulgarien mit lediglich 431 Euro im Monat. Für einen aussagekräftigen Vergleich muss allerdings auch die jeweilige Kaufkraft berücksichtigt werden. Denn für einen Euro lässt sich in Sofia mehr kaufen als etwa in Kopenhagen. Zieht man dies in Betracht, lag Deutschland 2014 hinter Luxemburg, Irland und Dänemark auf Platz vier im EU-Ranking.

Wie stark sind die Preisunterschiede?

In 17 EU-Staaten war das Preisniveau niedriger als in Deutschland. Dazu gehört auch das beliebte Reiseland Spanien, wo der vergleichbare Korb mit Waren und Dienstleistungen um etwa elf Prozent billiger ist als hierzulande. EU-weit am günstigsten ist Bulgarien, wo man dafür 58 Prozent weniger zahlt als in Deutschland. Dagegen liegen in Dänemark die Lebenshaltungskosten um gut ein Drittel höher als bei uns.

In Ländern mit geringen Einkommen müssen die Menschen einen deutlich höheren Anteil für Essen und Trinken aufwenden. In Litauen ist es etwa jeder vierte und in Rumänien sogar beinahe jeder dritte Euro – in Deutschland dagegen nur rund jeder zehnte.

Wo wohnt es sich am teuersten?

4,3 Millionen Rund 43 Prozent aller im Jahr 2016 in Deutschland lebenden Ausländer waren laut Statistischem Bundesamt Bürger eines anderen EU-Staats – 4,3 Millionen Menschen. Die meisten von ihnen, rund 783 000, hatten einen polnischen Pass. Dahinter kommen die Italiener (611 000 Personen), Rumänen (534 000) und Griechen (348 000). Umgekehrt leben aber auch 850 000 Deutsche im EU-Ausland. Die meisten, nämlich 176 000, haben sich in Österreich niedergelassen. In Spanien sind 142 000 gemeldet, in Großbritannien 137 000.

Der Anteil der persönlichen Ausgaben für das Wohnen einschließlich Nebenkosten ist in Dänemark mit knapp 30 Prozent EU-weit am höchsten. Auch die Finnen (28 Prozent) und Franzosen (26 Prozent) müssen hier besonders tief in die Tasche greifen. Deutschland liegt mit 24 Prozent im Durchschnitt. Jedoch stammen die Zahlen von 2015. Durch die Mietpreisexplosion besonders in Ballungszentren dürfte sich die Situation hierzulande inzwischen verschärft haben. Immerhin lebten 2016 bereits 16 Prozent der deutschen Bevölkerung in Haushalten, die mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für ein Dach über dem Kopf bezahlen mussten. Ein Wert, der als Überbelastung gilt.

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