Was bedeutet eigentlich heute noch das „C“ im Parteinamen? Auf der Klausurtagung wird nach Antworten gesucht.

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Wildbad Kreuth. Es ist angerichtet. Für jeden Buchstaben im Parteinamen CSU – ein neuer Gast und ein anderes Thema. Wie gemacht für eine Jahresauftaktklausur.

Erst diskutiert die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, im Kaminzimmer des Tagungszentrums im oberbayerischen Wildbad Kreuth mit den 45 Mitgliedern der CSU-Landesgruppe über Kirche, Christenverfolgung und Afghanistan. Es gibt viel zu reden, auch und gerade über das „C“ im Parteinamen, sagt Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich, der die ehemalige Landesbischöfin eingeladen hat. Und Käßmann will, „wenn es eine Gelegenheit gibt“, tatsächlich auch der Einladung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu einem Truppenbesuch in Afghanistan folgen.

Käßmann bleibt bei ihrer Einschätzung über Afghanistan

Noch vor einem Jahr hatte Käßmann in einer Predigt mit einem Satz den Aufreger geliefert: „Nichts ist gut in Afghanistan.“ In Wildbad Kreuth bleibt sie dem Grundsatz nach bei ihrer Einschätzung. Die Lage in Afghanistan habe sich „nicht fundamental verbessert“. So viel zum Gespräch über das „C“, das auch ein Meinungsaustausch über „A“ wie Afghanistan ist.

Für das „S“ wie Soziales haben die Vertreter der stärksten bayerischen Partei IG Metall-Chef Berthold Huber nach Kreuth gebeten. Und für das „U“ wie (Europäische) Union, so drückt es jedenfalls der Parlamentarische Geschäftsführer Stefan Müller aus, kommt dann Freitag am letzten Klausurtag Jean-Claude Trichet, als Präsident der Europäischen Zentralbank oberster Stabilitätswächter über den Euro. Fertig ist die gefühlte Er-

folgsformel: „C“ plus „S“ plus „U“ gefüllt mit Substanz – schon gehe es mit den eigenen Wahlchancen in Bayern wie auch mit der Koalition in Berlin wieder aufwärts.

Kampfkandidatur zwischen Seehofer und zu Guttenberg möglich

„Wir sind wer in Berlin“, hatte CSU-Chef Horst Seehofer zum Auftakt der eigenen Landesgruppe, aber auch sich selbst Mut gemacht. Mut, den der CSU-Chef gut brauchen kann, sollte es beim Parteitag im Herbst tatsächlich zu einer Kampfkandidatur gegen ihn kommen. Mit dem möglichen Herausforderer Karl-Theodor zu Guttenberg, den Seehofer einst selbst entdeckt und gefördert hatte.

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