Allen Mahnungen zum Trotz werden Patienten der bankrotten City BKK von anderen Krankenkassen abgewiesen - sie sind ihnen zu alt und zu teuer. Die Union droht nun Vorständen mit scharfen Konsequenzen.
Allen Mahnungen zum Trotz werden Patienten der bankrotten City BKK von anderen Krankenkassen abgewiesen - sie sind ihnen zu alt und zu teuer. Die Union droht nun Vorständen mit scharfen Konsequenzen.

Allen Mahnungen zum Trotz werden Patienten der bankrotten City BKK von anderen Krankenkassen abgewiesen - sie sind ihnen zu alt und zu teuer. Die Union droht nun Vorständen mit scharfen Konsequenzen.

dpa

Allen Mahnungen zum Trotz werden Patienten der bankrotten City BKK von anderen Krankenkassen abgewiesen - sie sind ihnen zu alt und zu teuer. Die Union droht nun Vorständen mit scharfen Konsequenzen.

Berlin (dpa) - Versicherte der bankrotten City BKK müssen bei der Suche nach einer neuen Krankenkasse mit Schikanen kämpfen - obwohl andere Kassen gesetzlich zur Aufnahme jedes Bewerbers verpflichtet sind.

«Wir hören, dass Versicherte am Telefon abgewimmelt werden, dass sie in Warteschleifen landen oder an entlegene Geschäftsstellen verwiesen werden, die nur zwei Mal in der Woche geöffnet haben», sagte Sprecherin Katja Hilbold am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Mindestens elf Beschwerden lägen vor. Dies hatte auch der «Tagesspiegel» (Dienstag) berichtet. Die City BKK wird am 1. Juli geschlossen.

«Normal wäre, man geht zur Kasse der Wahl und gibt seinen Antrag ab», sagte die Sprecherin. «Es dürfen keine Gespräche über Vorerkrankungen oder dergleichen geführt werden.»

Nun sammele die City BKK die Daten zu den Fällen, um sie notfalls der Aufsichtsbehörde zu melden, dem Bundesversicherungsamt. Da die Versicherten erst jetzt per Brief über die Schließung informiert worden seien, sei damit zu rechnen, dass viele der 136 000 Mitglieder den Kassenwechsel erst noch in Angriff nehmen, sagte Hilbold.

Die City BKK entstand 2004 aus der Fusion der Betriebskrankenkasse des Landes Berlin und der BKK Hamburg. Ihre Geldprobleme rühren nach eigenen Angaben vor allem aus der überalterten Mitgliederstruktur in beiden Städten her. Dann kam durch weitere Fusionen noch der Standort Stuttgart dazu. Es ist die erste von der Aufsicht angeordnete Kassenschließung seit Start des Gesundheitsfonds Anfang 2009. Damals gab es noch mehr als 200 gesetzliche Kassen. Derzeit sind es 155.

Laut City BKK ist unter den Kassen, die ihre Versicherten abwimmeln, auch der Marktführer Barmer GEK. Ein Barmer-Sprecher sagte dem «Tagesspiegel», die Verpflichtung, City-BKK-Versicherte aufzunehmen, sei den Mitarbeitern bewusst; man handle nach Recht und Gesetz.

Ungewissheit herrscht bei den 400 Mitarbeitern der City BKK. Wer mehr als zehn Jahr im Betrieb und zugleich über 50 Jahre alt sei, sei unkündbar, sagte die Sprecherin. Diese Mitarbeiter sollten Angebote im Bereich der Betriebskrankenkassen bekommen. Andere würden arbeitslos. Es werde aber auch bei der Abwicklung der Kasse noch über Jahre Arbeit geben. Derzeit herrsche viel Unklarheit.

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