Die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen hat sich halbiert. „Generation Praktikum“ ist auf dem Rückzug.

Serie Deutsche Einheit - Jugend und Jobs

Hendrik Schmidt

Berlin. Die Wirtschaftskrise im Euro-Raum macht um Deutschlands junge Generation einen großen Bogen. Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage, die unserer Zeitung vorliegt, sind die Erwerbschancen der Jugendlichen überdurchschnittlich gut. Die „Generation Praktikum“ ist auf dem Rückzug.

Nur etwa jeder zehnte junge Mensch ist ohne Job

Nach den am Dienstag veröffentlichten Zahlen der europäischen Statistikbehörde Euro-stat ist derzeit in der Eurozone im Schnitt fast jeder Vierte unter 25 Jahren (24,4 Prozent) ohne Job. In Deutschland ist es dagegen nur etwa jeder Zehnte. Seit 2005 habe sich die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland „mehr als halbiert“, schreibt das Bundesarbeitsministerium.

Die durchschnittlich 21,1 Wochen andauernde Arbeitslosigkeit eines Jugendlichen zeige, dass auch der Übergang von der Ausbildung in Arbeit verhältnismäßig kurz sei. Bezogen auf alle Erwerbslosen sind es 67 Wochen, also mehr als drei Mal so viel.

Zwischen 2005 und 2009 sank zugleich die Zahl der Universitätsabsolventen, die nach dem Studienabschluss ein Praktikum absolviert haben, von 15 auf elf Prozent. Der Anteil bei den Abgängern von Fachhochschulen ging von zwölf auf neun Prozent zurück. Knapp jeder vierte Student hat nach dem Studium allerdings mindestens zwei Praktika absolviert. Insgesamt wurden 30 Prozent aller Praktika nicht vergütet. Besonders häufig geschehe das in der öffentlichen Verwaltung (77 Prozent).

In Südeuropa gibt es einen „besorgniserregenden Trend“

Wenn der Berufseinstieg allerdings nicht gelingt oder der Job schlecht bezahlt wird, besteht für die 18- bis 25-Jährigen ein besonders hohes Armutsrisiko. 2010 waren nach Angaben der Bundesregierung 9,7 Prozent aller Arbeitnehmer zwischen 18 und 24 Jahren von Armut bedroht. Damit lag die Quote leicht höher als im Schnitt der EU-Staaten (9,2 Prozent).

Derweil wachsen vor allem in den südeuropäischen Ländern die wirtschaftlichen Probleme. Die EU-Kommission sprach von einem „besorgniserregenden Trend“.

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