Die beiden Systeme sind völlig verschieden. Dennoch ist ein belastbarer Vergleich möglich.

Beispielrechnungen zu Ruhestandsgehältern von Beamten und Angestellten im Vergleich.
Beispielrechnungen zu Ruhestandsgehältern von Beamten und Angestellten im Vergleich.

Beispielrechnungen zu Ruhestandsgehältern von Beamten und Angestellten im Vergleich.

dpa-infografik GmbH

Beispielrechnungen zu Ruhestandsgehältern von Beamten und Angestellten im Vergleich.

Berlin. Die Debatte über Altersarmut und Rentenhöhe hat auch die Altersversorgung der Beamten ins Blickfeld gerückt. Rente und Beamtenpension sind jedoch zwei völlig verschiedene Alterssicherungssysteme. Bei direkten Vergleichen steckt der Fehlerteufel nicht selten im Detail.

Müssen Beamte bzw. Pensionäre auch Altersarmut fürchten?

Nein. Zum einen finden sich unter den Beamten selten Personen mit gebrochenen Erwerbsbiografien, etwa langjährige Beschäftigung nur in Mini-Jobs oder häufiger Stellenwechsel verbunden mit Arbeitslosigkeit. Außerdem gibt es für Beamte, die zum Beispiel nach nur wenigen Jahren im Job wegen Krankheit vorzeitig dienstunfähig werden, eine Mindestversorgung. Sie beträgt aktuell beim Bund 1433 Euro im Monat. Bei den Ländern kann der Betrag leicht variieren.

Was erschwert den Vergleich von Renten und Pensionen?

Bisweilen wird behauptet, die Pensionen seien doppelt so hoch wie die Renten. Doch bei diesen Vergleichen der durchschnittlichen Altersbezüge wird meist nicht ausgewiesen, dass die Bezieher einer gesetzlichen Rente häufig auch noch eine Betriebsrente oder Geld aus der Zusatzversorgung für Angestellte des öffentlichen Dienstes bekommen. Dies gilt nicht für Voll-Pensionäre.

Was muss noch berücksichtigt werden?

Die Beamten haben heute in der Regel ein deutlich höheres Qualifikationsniveau als Beschäftigte in der Wirtschaft – etwa zwei Drittel der Beamten haben mindestens den Fachhochschulabschluss. Dagegen drücken bei der gesetzlichen Rente Mini-Jobber und Langzeitarbeitslose das Durchschnittsniveau. Außerdem werden Pensionen in der Regel voll besteuert, Renten dagegen bisher nur zum Teil. Auch sind bei den Renten die Steuerfreibeträge deutlich höher. Erst ab 2040 sollen gleiche Regeln gelten.

Welche Vergleiche sind möglich?

Berücksichtigt man all diese Unterschiede, so ergeben sich für einzelne Berufsgruppen kaum Unterschiede im Durchschnittsniveau. Danach kann etwa ein ehemaliger langjährig angestellter Lohnbuchhalter einschließlich seiner Betriebsrente im Schnitt monatlich mit 2340 Euro brutto rechnen, ein pensionierter Lohnbuchhalter mit 2272 Euro. Steigt das Qualifikationsniveau, gibt es leichte Vorteile für die Staatsdiener. Bei Betriebsrenten wie bei den Zusatz-Versorgungswerken einzelner Berufsgruppen gibt es erhebliche Unterschiede.

Wie wird eine Pension berechnet?

Der Höchst-Pensionssatz liegt je nach Bund, Land oder Kommune zwischen 72,2 und 72,6 Prozent der Bruttobezüge des letzten Beschäftigungsjahres eines Beamten – sofern er 40 Dienstjahre erreicht hat. Akademiker erreichen wegen der langen Ausbildung selten diese Werte. Teilzeitbeschäftigung wird verrechnet. Die Rente berechnet sich nach dem gesamten Lebenseinkommen.

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