Die Frauenrechtlerin hat sich selbst angezeigt und 200 000 Euro an den deutschen Fiskus nachgezahlt.

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dpa

Köln. Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat nach eigenen Worten 200 000 Euro an den deutschen Fiskus nachgezahlt. Über viele Jahre hatte sie ein Schweizer Konto vor den deutschen Steuerbehörden verheimlicht.

„Ja, ich hatte ein Konto in der Schweiz. Seit Jahrzehnten, genauer: seit den 1980er Jahren. Und erst im vergangenen Jahr habe ich es bei meinem Finanzamt angezeigt“, schreibt die Feministin in ihrem Blog.

Auf aliceschwarzer.de erläuterte sie, dass sie „unaufgefordert die Initiative ergriffen“ habe, um das Konto „zu legalisieren“. „Das Konto war ein Fehler. Den bedauere ich von ganzem Herzen“, so Schwarzer. Der Fall sei aus Sicht der Steuerbehörde bereinigt.

Zuvor hatte „Der Spiegel“ berichtet, Schwarzer habe rechtzeitig eine Selbstanzeige erstattet. Ihr Anwalt Christian Schertz kritisierte die Veröffentlichung als „unerträgliche Verletzung des Steuergeheimnisses und der Persönlichkeitsrechte von Alice Schwarzer“.

Eine korrekte Selbstanzeige könne durch „offenbar nicht zu verhindernde Denunzierungen und Durchstechereien“ zu einem „medialen Tsunami für den Betroffenen“ führen. Wie „Der Spiegel“ schreibt, erstattete Schwarzer Selbstanzeige, nachdem es immer mehr Medienberichte über Steuer-CDs und Schwarzgeldkonten im Ausland gegeben hatte.

Auch der Berliner Filmproduzent Artur Brauner (95) soll ins Visier der Steuerfahndung geraten sein. Laut „Spiegel“ ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Sein Name soll auf einer Daten-CD des Schweizer Ablegers der israelischen Bank Leumi sein. Das Land NRW hatte die CD gekauft. Brauner wies die Vorwürfe zurück. Red

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