Die meisten der geringfügig Beschäftigten möchten sich etwas hinzuverdienen. Viele Arbeitgeber halten sich nicht an Regeln.

Putzstellen – ein klassischer Bereich für Minijobber.
Putzstellen – ein klassischer Bereich für Minijobber.

Putzstellen – ein klassischer Bereich für Minijobber.

dpa

Putzstellen – ein klassischer Bereich für Minijobber.

Berlin. Sie putzen im Büro, helfen im Haushalt und kellnern im Café – Minijobs bestimmen vielerorts den Arbeitsalltag. Mittlerweile gibt es rund sieben Millionen dieser geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. Für den Arbeitnehmer sind sie steuer- und auf Wunsch auch abgabenfrei. Oft werden jedoch gesetzliche Sozialstandards verletzt. Außerdem spüren insbesondere Frauen, dass sich ihre Chancen auf eine Vollzeitstelle verschlechtern. Zu diesen Schlüssen kommen zwei Studien des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsinstituts und des Bundesfamilienministeriums.

Warum haben Menschen Minijobs?

Laut einer Befragung unter 25 000 Personen sagen 57 Prozent, der Minijob sei für sie eine Hinzuverdienstmöglichkeit. Jeder siebte Minijobber will damit Berufserfahrungen sammeln. 14 Prozent geben an, keine andere Beschäftigung gefunden zu haben. Für elf Prozent ist der Minijob die einzige Möglichkeit, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 14 Prozent schätzen die flexiblen Arbeitszeiten.

Was verdienen Minijobber?

Seit 2013 kann ein Minijobber bis zu 450 Euro steuer- und abgabenfrei verdienen. Davor waren es maximal 400 Euro. Da für Minijobs aber keine Begrenzung der Arbeitsstunden festgelegt ist, werden sie tendenziell eher schlecht bezahlt. Die Hälfte der Minijobber bekommt einen Stundenlohn unter 8,50 Euro. 20 Prozent verdienen nur zwischen fünf und sieben Euro pro Arbeitsstunde.

Wo gibt es gesetzliche Verstöße?

Auch Minijobber haben einen gesetzlichen Anspruch auf soziale Leistungen wie bezahlten Urlaub oder Mutterschutzlohn. Doch viele Arbeitgeber halten sich offenbar nicht daran. Rund 40 Prozent der Minijobber bleibt ein bezahlter Urlaub verwehrt. Gleiches gilt für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder an Feiertagen. 27 Prozent bekommen keinen Mutterschutzlohn.

Wie sind Minijobber sozial gestellt?

Mehr als jeder dritte Minijobber erhält zusätzliche staatliche Transfers wie Arbeitslosengeld, Bafög oder Rente. Knapp 45 Prozent wünschen sich keine berufliche Veränderung. Allerdings würden 17 Prozent lieber in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wechseln. Das dürfte besonders für Frauen gelten. Denn 59 Prozent der Minijobber in Deutschland sind weiblich.

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