Das Interesse nach Einsicht in die Akten ist auch nach 20 Jahren ungebrochen.

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, steht am 05.08.2011 im Bildungszentrum der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen in Berlin neben einem Karteipaternosterschrank der Stasi. Akten, Fotos, Tonbänder, Filme - menschenrechtswidrig hatte das Ministerium für Staatssicherheit Informationen über rund sechs Millionen Menschen zusammengespitzelt. Der historisch einmalige Bestand war die Basis für ein historisch einmaliges Regelwerk: Vor 20 Jahren, am 29. Dezember 1991, trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft.
Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, steht am 05.08.2011 im Bildungszentrum der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen in Berlin neben einem Karteipaternosterschrank der Stasi. Akten, Fotos, Tonbänder, Filme - menschenrechtswidrig hatte das Ministerium für Staatssicherheit Informationen über rund sechs Millionen Menschen zusammengespitzelt. Der historisch einmalige Bestand war die Basis für ein historisch einmaliges Regelwerk: Vor 20 Jahren, am 29. Dezember 1991, trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft.

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, steht am 05.08.2011 im Bildungszentrum der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen in Berlin neben einem Karteipaternosterschrank der Stasi. Akten, Fotos, Tonbänder, Filme - menschenrechtswidrig hatte das Ministerium für Staatssicherheit Informationen über rund sechs Millionen Menschen zusammengespitzelt. Der historisch einmalige Bestand war die Basis für ein historisch einmaliges Regelwerk: Vor 20 Jahren, am 29. Dezember 1991, trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft.

Stephanie Pilick

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, steht am 05.08.2011 im Bildungszentrum der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen in Berlin neben einem Karteipaternosterschrank der Stasi. Akten, Fotos, Tonbänder, Filme - menschenrechtswidrig hatte das Ministerium für Staatssicherheit Informationen über rund sechs Millionen Menschen zusammengespitzelt. Der historisch einmalige Bestand war die Basis für ein historisch einmaliges Regelwerk: Vor 20 Jahren, am 29. Dezember 1991, trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft.

Berlin. Nicht mal die DDR-Bürgerrechtler waren sich nach dem Mauerfall einig, ob die Hinterlassenschaft der Stasi erhalten oder vernichtet werden soll. Akten, Fotos, Tonbänder, Filme – menschenrechtswidrig hatte das Ministerium für Staatssicherheit Informationen von rund sechs Millionen Menschen gesammelt. Der historisch einmalige Bestand war die Basis für ein historisch einmaliges Regelwerk: Vor 20 Jahren, am 29. Dezember 1991, trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft.

„Das Gesetz ist eine Erfolgsgeschichte, auch nach der achten Novelle“, sagt der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn (Foto). „Wir können auch in Zukunft die Vergangenheit aufarbeiten.“ Erstmals sei es gelungen, das Archiv einer Geheimpolizei zu öffnen.

Eppelmann: „Gesetz zum Schutz ausgeschnüffelten Lebens.“

„Opferakten sind ein Stück geklautes Leben“, sagte die frühere Oppositionelle Ingrid Köppe von den Grünen, als im Herbst 1991 das Gesetz im Bundestag beraten wurde. Rainer Eppelmann würdigte die 40 Paragrafen als „Gesetz zum Schutz ausgeschnüffelten Lebens“. Und SPD-Abgeordneter Wolfgang Thierse meinte: „Ich will verstehen, warum ein Nachbar zum Denunzianten geworden ist.“ Anliegen ist es bis heute, durch die Aufarbeitung der Vergangenheit zur Versöhnung zu kommen.

Es bestand Fassungslosigkeit über das Ausmaß der Bespitzelung

„Gerechtigkeit für die Opfer, gerade dafür steht das Gesetz“, sagt Jahn. So waren es vor allem Bürgerrechtler, die als erste die Akten lesen konnten, die die Stasi über sie angelegt hatte.

Jürgen Fuchs, Ulrike Poppe, Vera Lengsfeld, Lutz Rathenow, Wolf Biermann, Bärbel Bohley – alle seien fassungslos gewesen über das Ausmaß der Bespitzelung. Inzwischen wurden rund 2,8 Millionen Anträge auf persönliche Akteneinsicht gestellt sowie etwa 1,7 Millionen Anträge zur Überprüfung von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes.

Roland Jahn ist seit März Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU). Er ist Nachfolger von Joachim Gauck und Marianne Birthler.

Der 58-Jährige stammt aus Jena und war früher in der Bürgerrechtsbewegung in der DDR aktiv. Sechs Monate saß er deshalb in Haft, 1983 wurde Jahn ausgebürgert.

Jahn war einer der engagiertesten und kritischsten Bürgerrechtler in der DDR. „Freiheit muss man sich nehmen“, lautete das Motto des Journalisten. Denn ihm wurde die Freiheit nach seinen vielfältigen Protestaktionen von der Stasi dauernd beschnitten – bis hin zu seiner Ausweisung im Jahr 1983.

Die SED-Prominenz provozierte Jahn 1982, als er – zur Hälfte als Hitler und zur anderen Hälfte als Stalin geschminkt – neben der offiziellen Tribüne die
1. Mai-Parade „abnahm“.

Jahn ärgert sich darüber, dass Bürger zu lange auf die Auskünfte warten müssten. Das Interesse der Bürger ist auch mehr als 20 Jahre nach der Einheit nicht weggebrochen. Allein in 2011 gingen knapp 76 000 Anträge auf persönliche Akteneinsicht bei der Jahn-Behörde ein.

Im kommenden Jahr gibt es mehr Geld für die Bildungsarbeit

Ab Januar 2012 soll der Personenkreis im Öffentlichen Dienst erweitert werden, der auf frühere Stasi-Tätigkeit überprüft werden kann. Die Bundesbehörde bekommt 2012 zusätzlich 2,3 Millionen Euro für ihre politische Bildungsarbeit.

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