Münchner Staatsanwaltschaft ging bislang von 3,5 Millionen Euro aus. Bayern-Präsident zeigt sich reuig.

Uli Hoeneß (62) legte am Montag ein Geständnis vor dem Landgericht München II ab.
Uli Hoeneß (62) legte am Montag ein Geständnis vor dem Landgericht München II ab.

Uli Hoeneß (62) legte am Montag ein Geständnis vor dem Landgericht München II ab.

dpa

Uli Hoeneß (62) legte am Montag ein Geständnis vor dem Landgericht München II ab.

München. Paukenschlag im Steuerprozess um Uli Hoeneß: Direkt zu Beginn der Verhandlung hat der Präsident des FC Bayern München Montag Steuerhinterziehung in Höhe von 18,5 Millionen Euro eingeräumt. Der Betrag ist rund fünf Mal so hoch wie die von der Staatsanwaltschaft angenommene Summe. Schon bei der jetzigen Anklage droht ihm im schlimmsten Fall eine Haftstrafe auf Bewährung.

Der 62-Jährige sagte im Landgericht München II: „Ich bin froh, dass jetzt alles auf dem Tisch liegt. Ich werde alles dafür tun, dass dieses für mich bedrückende Kapitel abgeschlossen wird.“

Hoeneß berichtete vom Hintergrund seiner Steuerhinterziehung: seine Zockerei an der Börse. Demnach schob er Unsummen herum, manchmal rief er nachts bei der Bank an. 50 000 Transaktionen habe er zwischen 2001 und 2010 gehabt. Zwischenzeitlich sei er regelrecht verrückt gewesen und habe die Nerven verloren. Er betonte: „Ich habe Steuern hinterzogen. Mir ist bewusst, dass daran auch die Selbstanzeige nichts ändert. Ich habe aber gehofft, mit meiner Selbstanzeige einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgegen.“

Steuergewerkschaft: Haftstrafe immer wahrscheinlicher

Zum Prozessauftakt herrschte ein großer Medienandrang. Hoeneß wurde begleitet von seiner Frau Susi. Sein Anwalt Hanns W. Feigen erläuterte, sein Mandant wolle es als Zeichen seiner Geständigkeit verstanden wissen, dass er neue Zahlen auf den Tisch lege.

Staatsanwalt Achim von Engel wirft Hoeneß bislang vor, etwas mehr als 33 Millionen Euro an Kapitalerträgen, Spekulationsgewinnen und sonstige Einkünften verschwiegen zu haben. Damit habe er rund 3,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen. Weiterhin habe er zu Unrecht Verlustvorträge privater Veräußerungsgeschäfte in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro erhalten.

Der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, hält nach den neuen Enthüllungen eine Haftstrafe für immer wahrscheinlicher. „Das sind ja gigantische Zahlen. Und das wirft ein wirklich dunkles Licht auf diese Selbstanzeige.“ Der Prozess wird heute fortgesetzt, das Urteil für Donnerstag erwartet. Red

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