Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung soll steigen. Das Ministerium weist dies aber zurück.

Berlin. Die Millionenkosten für die Schweinegrippe-Impfungen sollen aus Sicht der Krankenkassen notfalls durch eine Erhöhung des gesetzlichen Kassenbeitrages finanziert werden.

Falls das nicht aus Steuern bezahlt werde, wäre die "Anpassung" des Beitragssatzes von 1. Oktober an eine Alternative, heißt es in einer Stellungnahme des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung. Bereits vor einer Woche hatten die Kassen mit Zusatzbeiträgen wegen der Kosten für die Impfaktion gedroht.

Die Kassen wollen zwar die Sachkosten wie den Impfstoff bezahlen. Wenn niedergelassene Ärzte anstelle der Gesundheitsämter impfen sollten, könnten die Kosten aber von rund 600 Millionen auf eine Milliarde Euro steigen, hieß es.

Um solche Mehrkosten zu begleichen, wäre rechnerisch eine Beitragserhöhung um rund 0,1 Prozentpunkte nötig. Der Beitrag war zum 1. Juli von 15,5 auf 14,9 Prozent gesenkt worden.

Das Bundesgesundheitsministerium wies den Vorstoß zurück. "Die Impfung ist eine Pflichtaufgabe", sagte Staatssekretär Klaus Theo Schröder. Die Kassen hätten genug Geld. "Großes Verständnis" für die Forderungen der Kassen äußerte indes Rudolf Henke, Chef der Ärztevereinigung Marburger Bund. Durch den Gesundheitsfonds sollten schließlich die medizinisch notwendigen Aufwendungen finanziell abgedeckt werden, sagte Henke unserer Zeitung.

Für den Herbst erwarten Experten deutlich mehr Erkrankungen und schwerere Verläufe als bisher. Dann seien Todesfälle auch in Deutschland möglich, sagte der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer. Die ersten Risikogruppen könnten bereits im September geimpft werden.

Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche hat sich in kurzer Zeit mehr als verdoppelt: Von 1179 Fällen Mitte Juli auf 2847 Fälle Anfang August.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer